Auf dem Cover baumeln Fußzehen mit blumig lackierten Nägeln vor einem blauen Himmel. Das gibt die Gattung "Unterhaltungsroman für Frauen" vor. Aber dieses Buch, Wandern ist doof, kann mehr als das. Die Autorin, Blanca Imboden, ist Schweizerin.

Bevor sie das Wandern – und das Schreiben – für sich entdeckte, gehörte sie zur exotischen Gattung jener Nachtclubsängerinnen, die mit Begleitband von Tanzbar zu Tanzbar tingeln und vor glitzernden Vorhängen auftreten. Das verleiht der heute 51-Jährigen eine gewisse Verwegenheit – und steht doch in starkem Gegensatz zum bodenständigen Autorinnenfoto. Die Romanhandlung lässt sich kurz zusammenfassen: Conny, Mitte dreißig und Single aus Frankfurt, gewinnt bei einem Kreuzworträtsel zwei Wochen Fastenwandern in der Schweiz. Wie sehr sie das freut, ist dem Titel zu entnehmen.

Aber natürlich kommt in der Innerschweizer Bergwelt alles anders, und am Schluss sind die Guten glücklich, und die Bösen werden bestraft. Das ist munter und gekonnt geschrieben und liest sich auf dem heimischen Sofa sehr angenehm. Doch erst die von der Autorin selbst gestaltete Website www.wandern-ist-doof.ch zeigt, wie brave Wandersfrau und Showbühne dann doch noch zueinanderfinden: Imboden bietet hier nicht nur detaillierte und privat bebilderte Beschreibungen zu allen im Buch unternommenen Bergtouren. Mit ihrem Mann und Bühnenpartner hat sie extra für das Buch auch zwei Lieder komponiert. "Auf dem Stoos / wird mein Herz vor Freude groß", singt sie darin rauchig zum funky Synthesizerarrangement. In der Schweiz erscheint Wandern ist doof bereits in der dritten Auflage – ein Überraschungserfolg. Das Leben, so die Verheißung dieses Romans, ist mehr als Frühtau und Freizeitjacke.