Von einem gelungenen Auftakt kann man kaum sprechen, wenn gleich der erste Beitrag in einem neuen Reiseführer von einem Ort erzählt, den es gar nicht mehr gibt.

In der Reihe Lieblingsplätze feiert die Stuttgarter Filmgalerie 451 noch außergewöhnliche Filmabende im eigenen Minikino – dabei ist sie seit Herbst 2013 Geschichte. Bleiben noch 65 Plätze und 11 Stäffele sowie zwei Autoren, die mit sehr persönlichem Blick im Stuttgarter Kessel und auf seinen Höhen unterwegs sind.

Sie steigen hinab ins Bunkerhotel unterm Marktplatz, zeigen, wo man Tango unter freiem Himmel tanzen kann und wo Stuttgart tatsächlich viel schöner ist als Berlin. Lesevergnügliche Geschichten haben die beiden ausgegraben, zuweilen wirken die Texte allerdings überkonstruiert. Jede Ortsbegehung ist mit einer ungewöhnlichen Ansicht des Fotografen Leif-Hendrik Piechowski illustriert. Für Kapitel 61 hat er den rauchenden Schlot der Müllverbrennungsanlage abgelichtet, in deren Schatten kolossale Steinsäulen ein vergessenes Dasein fristen. Adolf Hitler hatte sie einst für Berlin bestellt und nie abgeholt. Nicht immer sollte man das mit dem Lieblingsplatz wörtlich nehmen.