Was ein Geheimnis ist, weiß wirklich jedes Kind: Wer eines hat, der weiht niemanden ein oder höchstens einen sehr kleinen Kreis von Menschen. Wenn ich schlau bin, wähle ich diese Menschen vorher sorgfältig aus und sage ihnen, dass sie nicht mit anderen über mein Geheimnis sprechen dürfen. So ein Geheimnis ist auch das Bankgeheimnis. Es bedeutet, dass die Bank nicht mit anderen über das Geld ihrer Kunden sprechen darf, es sei denn, die Kunden erlauben das. Sonst darf sie nicht sagen, wie viel Geld ein Kunde hat, nicht, wie viel er jeden Monat spart, und nicht, wofür er es ausgibt. Die Bank darf nicht mal darüber Auskunft geben, ob er überhaupt geschäftlich mit ihr zu tun hat.

In vielen anderen Ländern gibt es ein Gesetz, dass den Banken das Recht und die Pflicht zu schweigen einräumt. In Deutschland gibt es ein solches spezielles Gesetz nicht. Weil das Bankgeheimnis aber schon seit fast 400 Jahren angewandt wird, ist es allgemein anerkannt. Es wird in Deutschland zwischen der Bank und dem Kunden vertraglich vereinbart.

Allerdings gibt es eine Reihe von Gesetzen, die vorschreibt, wann das Bankgeheimnis nicht gilt, wann die Banken also ihr Schweigen über ihre Kunden brechen müssen. Das ist der Fall, wenn Menschen in den Verdacht geraten, das Geld durch kriminelle Handlungen erworben zu haben oder keine Steuern zu zahlen. Dann haben die Polizei und das Finanzamt ein berechtigtes Interesse daran, von der Bank Informationen darüber zu bekommen. In den vergangenen Jahren haben immer mehr Gesetze vorgesehen, dass die Bank dem Staat gegenüber solche Ausnahmen von ihrem Geheimnis machen muss.