Die Lebenserfahrung zeigt, dass kein Feld bei Stadt, Land, Fluss so oft leer bleibt wie das mit dem Flussnamen. Amazonas, B?, C?, Donau ... so löchrig ist das allgemeine Flusswissen, aufgefüllt durch die heimatlichen Flüsschen, die man vom Spazierengehen kennt. Schuld sind wahrscheinlich die Erdkundelehrer, die ihre Schüler die zehn größten Flüsse auswendig lernen lassen und sich damit zufriedengeben.

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Schaut man später als Erwachsener auf eine Landkarte, findet man wieder nur die großen. Dabei gibt es in Deutschland rund 15.000 Flüsse mit einem Einzugsgebiet von mehr als zehn Quadratkilometern. Geologen messen Flüsse nicht nur nach der Länge, sondern nach dem Gebiet, aus dem der Fluss sein Wasser bezieht. Oder spricht man besser von 15.000 Fließgewässern, weil Fluss nach etwas Großem klingt?

Wissenschaftlich definiert ist der Begriff übrigens nicht. Vielleicht sollten wir Stadt, Land, Fließgewässer spielen. Dann entfallen auch die Diskussionen, ob der Zschampert nun als Fluss zählt oder nicht.