Einen meiner schlimmsten Albträume verdanke ich dem Marihuana. Es war das erste Mal, dass ich Drogen genommen habe, von Alkohol abgesehen. Da ich nicht rauche, habe ich das Marihuana gegessen, eingebacken in einen Keks. Es ist viele Jahre her. Ich erinnere mich, dass ich in dem Gefühl des ständigen Aufwachens gefangen war. Ich erwachte, immer und immer wieder aufs Neue, obwohl ich nicht schlief. Ein schrecklicher, surrealer Zustand, aus dem es kein Entkommen zu geben schien.

Meine damalige Ehefrau hatte große Mühe, mich davon abzuhalten, aus dem Fenster zu springen. Schließlich rief sie den Notarzt, er gab mir ein starkes Beruhigungsmittel, und irgendwann war der Spuk glücklicherweise vorüber. Keine schöne Erfahrung. Danach habe ich keine Drogen mehr angerührt und bin beim Bier geblieben.

Ich erinnere mich fast nie an meine Träume. Aber einer ist mir in Erinnerung geblieben, ein Traum, den ich in meinen 20ern und 30ern immer wieder geträumt habe. Im Zentrum dieses Traumes stand ein wundersames Gebäude. Von außen sah es sehr schmal aus, ziemlich unscheinbar. Aber wenn ich in meinen Träumen dieses Haus betrat und eine Zimmertür öffnete, schloss sich an jedes Zimmer ein weiteres an. Das Haus war gewaltig, voll von verborgenen Räumen und geheimen Gängen, immer wieder habe ich etwas Neues entdeckt. Es war ein wunderbarer Ort, ich liebte es, dieses Haus in meinen Träumen zu besuchen. Ich habe keine Ahnung, was diese Träume bedeuteten, aber ich vermute, dass sie von den Gebäuden der Universität Oxford inspiriert wurden, an der ich studiert habe. Vielleicht waren sie ja ein Hinweis auf die vielen Möglichkeiten, die sich mir im Leben eröffnen würden.

Seit meiner Kindheit treibt mich der Wunsch an, etwas zu erschaffen. Als ich sieben oder acht Jahre alt war, habe ich angefangen, Gedichte zu schreiben. Sie handelten von der Prärie, von Pferden und Schießereien und waren stark beeinflusst von den Cowboy-Comics, die ich zu dieser Zeit mit Begeisterung las. Ich habe diese Gedichte kürzlich noch einmal gelesen, sie sind gar nicht so schlecht. Vielleicht sollte ich sie veröffentlichen.

Alle bisherigen Träume zum Nachlesen

Der Traum von der kreativen Arbeit treibt mich bis heute an. Ich kann mir nicht vorstellen, untätig zu sein. Vielleicht ist das meine Reaktion auf die Gewissheit, sterben zu müssen. Im Moment arbeite ich an einer Dokumentation über Wirtschaftskrisen und an einer Musicalversion von Tschaikowskys Nussknacker-Suite.

Ein großes Mysterium meines Lebens wird wohl für immer ungelöst bleiben: Über viele Jahre hinweg hat meine Mutter mir immer wieder gesagt, es gebe etwas sehr Wichtiges, das sie mir eines Tages mitteilen müsse. Aber sie starb 1971 – da war ich knapp 30 – an einem Herzinfarkt – an einem Herzinfarkt, ohne mir je gesagt zu haben, worum es ging. Ich habe nicht die geringste Vorstellung davon, was es gewesen sein könnte, und wünschte mir sehr, sie danach fragen zu können. Aber die Gelegenheit dazu habe ich leider verpasst.

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In der gedruckten Version des Textes steht fälschlicherweise, dass Terry Jones Mutter im Alter von 30 Jahren starb. Korrekt ist aber, dass er selber beim Tod seiner Mutter 30 Jahre alt war. Wir haben den Fehler online korrigiert und bitten ihn zu entschuldigen.