In Leipzig marschierte mal wieder die NPD. Das ist ja schon Tradition. Seit Jahren besuchen uns die braunen Kameraden, auch sehr gerne am 1. Mai. Diesmal aber ging es um ein geplantes Heim für Asylbewerber in Schönefeld. Das soll in einer leer stehenden Schule entstehen. Da sich diese mitten im Wohngebiet befindet, versuchten die Jungs und Mädels von der NSU ... äh, Pardon, NPD, die alten Ängste bei den Bürgern zu schüren. "Kinderschutz statt Asylbewerber." Hm, vielleicht geht ja sogar beides. Denn bestimmt sind etliche Kinder unter den Asylbewerbern. Aber sicher fallen nur rein arische ... äh, deutsche Kinder unters Kinderschutzprogramm der NPD (wie das aussehen soll, frage ich mich. Häkeln lernen mit Beate im Fernkurs?).

Nun muss man wissen, dass viele der Bürger, wenn es um Ausländer und Asylbewerber geht, nur an die nahe Eisenbahnstraße denken, seit 20 Jahren Einkaufsmeile für Drogen aller Art. Moment, nicht nur! Prima Ramschläden und Fressbuden gibt es da. Und etliche integrative Vereine, islamische Clubs ... Vor Kurzem gab’s auch wieder Schüsse, aber da ging’s wohl, laut Bild, nicht um Drogen, sondern um private Streitereien zwischen Libanesen und Mazedoniern. Die einen fuhren fette Autos, die anderen waren neidisch. Wenn das so weitergehe, so ein Beteiligter bei Bild, "dann kommt es zum Krieg!". AU WEIA!

Warum marschiert die NPD eigentlich nicht mal über die Eisenbahnstraße ... Braunstrich in der Hose?

Man darf das natürlich nicht alles über einen Kamm scheren, aber das geht recht schnell bei vielen Bürgern. Das Abendland wird nicht untergehen und Schönefeld auch nicht, wenn einige Hundert Menschen aus Ländern, in denen es wirklich und richtig kracht, in einer Schule – vorübergehend – übernachten und leben. Wo ist denn die Weihnachtswohligkeit? Aber die gibt’s wohl nur auf den Weihnachtsmärkten und beim GEIZ IST GEIL. (Übrigens: Weit kamen die Nazis nicht, bei ihrem Marsch gen Schönefeld.)