Manche Sprüche stimmen doch. Dass der gesunde Geist in einem gesunden Körper gedeiht (mens sana in corpore sano), ja sogar besser gedeiht, das hat nun eine Langzeitstudie an der Universität Dundee in Schottland auch wissenschaftlich bestätigt. Forscher um die Psychologin Josephine N. Booth haben herausgefunden, dass sportliche Betätigung die Schulleistungen verbessert. Bei 4755 Kindern wurde mithilfe von Sensoren über mehrere Tage gemessen, wie aktiv sie Sport treiben. Zusätzlich wurden ihre Schulleistungen in Englisch, Mathematik und den Naturwissenschaften im Alter von elf, dreizehn und sechzehn Jahren dokumentiert.

Es stellte sich heraus, dass eine moderate bis kräftige sportliche Betätigung im Alter von elf Jahren bessere Leistungen in allen drei Altersstufen nach sich zog. Die Verbesserungen in Englisch waren für Jungen und Mädchen nachweisbar, in Mathematik ist die Steigerung für Jungen und Mädchen im Alter von sechzehn Jahren belegt, und in den Naturwissenschaften zeigt sich insbesondere bei elf- und sechzehnjährigen Mädchen eine deutliche Korrelation zwischen der Zeit, die mit Sport verbracht wird, und den Schulleistungen.

Die Untersuchung und ihre Ergebnisse beziehen sich ausdrücklich auf Sport, der mäßig bis stark (moderate and vigorous) ausgeübt wird, nicht auf Leistungssport. Schon nach zwölf Minuten körperlicher Betätigung sind Leistungssteigerungen bei Mädchen nachweisbar, bei Jungen stellen sich messbare Verbesserungen nach siebzehn Minuten ein.

Doch es muss nicht unbedingt Handball oder Bockspringen sein. Auch Bewegung in der freien Natur kann das Denkvermögen steigern. In einer Studie aus dem Jahr 2012 hat ein Team um die Psychologin Ruth Ann Atchley von der Universität Kansas, USA, nachgewiesen, dass längere Aufenthalte in der Natur die geistigen Fähigkeiten steigern können. Atchley testete die Kreativität von sechzig Wanderern vor Beginn ihrer Aktivitäten.

Nach vier Tagen in der weiten Natur mussten die Teilnehmer den Test wiederholen, und siehe da, ihre kreativen Leistungen steigerten sich um fünfzig Prozent – die Ergebnisse trafen auf alle Altersgruppen zu. Die kognitiven Gewinne bei längerem aktivem Aufenthalt in der Natur haben zudem einen beruhigenden Einfluss auf das Gehirn. Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom sind nach solchen Exkursionen besser in der Lage, sich zu konzentrieren.

Mutter hatte also auch recht mit dem Spruch: Geht raus, geht spielen im Wald und im Park.