Es gibt gleich drei Gründe, warum Speiseabfälle und Essensreste nichts in der Kanalisation zu suchen haben. Erstens: Wenn es sich um grobe Abfälle handelt, können sie die Rohre verstopfen. Zweitens: Dieses organische Material macht die Klärung der Abwässer schwieriger, die Klärwerke müssen grobe Abfälle aus dem Abwasser herausfiltern. Und drittens: Nahrhafte Stoffe aller Art sind ein gefundenes Fressen für Ratten, die sich in den Kanälen wie im Schlaraffenland fühlen. Die Nager vermehren sich im Untergrund kräftig, und sie verfolgen die schmackhaften Brocken gern zurück bis zur Quelle, klettern die Fallrohre der Häuser hoch und können dann sogar durch die Toilette in die Wohnung eindringen (ZEIT Nr. 12/04).

Was aber macht man, wenn vom Weihnachtsschmaus Reste übrig geblieben sind, die man niemandem mehr servieren möchte? Von dem wohlfeilen Ratschlag abgesehen, dass man nicht mehr kochen sollte, als man auch verzehren kann: Die meisten Essensreste kann man ohne Weiteres in die Biotonne geben. Manche Kommunen verbieten Fleisch- und Fischabfälle, obwohl Fleisch in kleinen Mengen durchaus kompostiert werden kann. Ansonsten gehören Essensabfälle in den Restmüll.

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild. © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Aber es gibt ja auch flüssige Reste nach dem Essen. Gemeint sind nicht angebrochene Wein- und Bierflaschen – deren Inhalt verkraftet die Kanalisation. Was aber macht der umweltbewusste Bürger mit übrig gebliebener Suppe? Auch wenn die Entsorgung über Abfluss oder Klo verlockend einfach ist: Die Reste gehören in den Müll. Wenn der nicht genug Flüssigkeit aufnehmen kann, gibt man sie in einen Beutel oder ein verschließbares Gefäß und wirft sie dann in die Tonne.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt's?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt's?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio