Schien es vor Jahren noch, dass die chinesischen Schachdamen die übrige Schachwelt überrollten, so sind sie heute keinesfalls mehr unangefochten an der Spitze. Herausragende Spielerinnen widmen sich entweder nicht mehr bedingungslos dem Schach oder heiraten gar ausländische Schachmeister.

Immerhin hat China noch Hou Yifan (19), ein seltenes Talent und gleichzeitig überall wegen ihres sanften Wesens beliebt. Mit 14 scheiterte sie erst im WM-Finale an der Russin Alexandra Kostenjuk, doch mit 16 wurde sie dann Weltmeisterin, die jüngste aller Zeiten. Aber bei der letzten K.o.-Weltmeisterschaft schied sie früh aus, die Ukrainerin Anna Uschenina eroberte überraschend den Titel, den sich nun Hou Yifan überzeugend zurückholte. Bei drei Remisen gewann sie vier Mal, das Match endete nach nur sieben der angesetzten zehn Partien. Muss der Rest der Welt angesichts dieser Dominanz also alle Hoffnung fahren lassen? Vielleicht doch nicht ganz, schließlich will sich Hou Yifan jetzt verstärkt ihrem Studium widmen und außerdem äußerte sie einst mit zarten 13 Jahren, dass Paris ihre Lieblingsstadt sei. Wenn sich dazu noch ein junger Franzose findet?!

In der ersten Wettkampfpartie wollte Uschenina als Weiße hier 1.Dxa4 spielen, um nach 1...Dxd4 mit dem Abzugsschach 2.Lxf7+ die schwarze Dame zu gewinnen. Doch plötzlich sah sie eine tückische Widerlegung – wie hätte Hou Yifan auf 1.Dxa4 gewonnen? 

Lösung aus Nr. 51:

Wie hätte Weiß nach 1...Dd1 gewonnen und welcher andere Zug gewann indes für Schwarz? Nach 1...Dd1 2.Th4 (droht 2.Dxh7 matt) Dh5 3.Txh5 gxh5 4.Se3 (droht 5.Sxd5 und 6.Se7+) Le6 5.Lxd5! Lxd5 (5...Db6 6.Le4! mit Matt auf h7) 6.Sf5 gewänne Weiß wegen 7.Se7+. Nach 1...De1! gab Weiß hingegen wegen 2.Th4 Dxh4! auf.