Der Apfel hat in der Menschheitsgeschichte deutliche Spuren hinterlassen. Seit Adam und Eva treibt er die Menschen um. Die gesamte Kunstgeschichte wäre ohne ihn anders verlaufen – Cranach, Rubens und Cézanne hätten in ihrem Schaffen auf Banane oder Papaya ausweichen müssen. Ohne seinen Fall von einem britischen Apfelbaum (und seinen möglichen Aufprall auf dem Kopf des ehrwürdigen Sir Newton) wüssten wir nicht, warum wir mit beiden Beinen fest auf der Erde stehen und Marmeladenbrötchen auf den Boden fallen, statt an der Decke zu kleben. Und ohne Apfel wäre auch der Schweizer Nationalheld Wilhelm Tell allenfalls eine Lokalgröße geblieben.

Wen wundert es da, dass Äpfel sogar Todesfälle verhindern können? Und zwar Tausende! Forscher der britischen Universität Oxford haben das jetzt ausgerechnet. Ausgehend von der Volksweisheit "An apple a day keeps the doctor away" erstellten sie eine Studie, die kürzlich im British Medical Journal publiziert wurde. Ihr liegt die Annahme zugrunde, dass jeder Brite über 50 jeden Tag einen Apfel isst.

Ergebnis: Die Intervention hätte einen ähnlichen Effekt wie eine flächendeckende Verschreibung cholesterinsenkender Medikamente. Der tägliche Apfel würde jedes Jahr 8500 Menschen vor dem Herztod bewahren! Damit müsste die Obstprävention eigentlich von den Krankenkassen übernommen werden; eine nützliche Agrarsubvention wäre sie ohnehin allemal.

Die Ergebnisse aus Oxford fügen sich übrigens bestens in die schon bestehende An apple a day- Forschung ein, die bereits eine Fülle an Krankheiten aufgelistet hat, gegen die ein Apfel pro Tag helfen soll – etwa Nierensteine, Verengung der Blutgefäße oder den Verlust an Hirnzellen. Auch das Immunsystem soll durch den täglichen Apfelkonsum unterstützt werden, ebenso sollen Entzündungen unterdrückt, und die Gedächtnisleistung soll verbessert werden. Alles dank Inhaltsstoffen wie Vitamin C, Polyphenole und Pektin.

Ist der Apfel also das Gesundheitselixier schlechthin? Nörgler könnten einwenden, dass es ohne Apfel keinen Sündenfall gegeben hätte und wir noch immer im Paradies leben würden. Sicher ohne Arterienverkalkung gäbe. Doch das Argument sticht nicht: In der Bibel ist gar nicht von Äpfeln die Rede, sondern, recht allgemein, von "Früchten".