Das Fußballjahr 2013 ist nicht nur hierzulande das Jahr des FC Bayern München. Längst hat sich der bayerische Großclub dem nationalen Liganiveau entzogen und auch die bislang nur Kennern bekannte Fifa-Clubweltmeisterschaft im Rahmen einer fröhlichen Jahresabschlussreise nach Hause gespielt. Nicht mal wirklich ins Schwitzen sind sie gekommen, gegen die wackeren Champions aus Guangzhou oder Casablanca.

Bei so viel brachliegendem bayerischem Wettbewerbsgeist wünscht man sich doch die Zeit der rotwangigen Duelle, etwa mit Werder Bremens Willy Lemke, zurück. Doch selbst über machtdemonstrative Nebenkriegsscharmützel ist der Rekordmeister längst erhaben. Der FC Bayern streitet auf einem anderen Niveau. Derzeit um den Titel des Weltfußballers des Jahres. Damit die Jury und die Welt das trophäenpralle Selbstverständnis des Titeleinheimsers auch richtig versteht, hat Uli Hoeneß unlängst wissen lassen, wen allein er für die richtige Wahl hielte: Nicht Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi, Franck Ribéry natürlich.

Der wird 2014 mit seinem Weltensemble auch ohne diesen persönlichen Titel noch siebzehn Bundesligagastspiele geben und noch mehr Verteidiger schwindelig spielen. Das Argument, die Liga könnte darüber allmählich langweilig werden, gilt nicht, das Gegenteil ist der Fall. Abzüglich der Meisterschaftsentscheidung schreibt der Fußball auch weiterhin unwiderstehliche Geschichten. Bei der Weihnachtsgans werden Resümees gezogen, Trainerentscheidungen diskutiert. Die Manager reisen durch die Lande, um ihre Kader aufzumotzen, Ziele zu korrigieren, Hoffnungen zu wecken, und schon mit dem Neujahrsbleigießen steigt die Vorfreude auf die Rückrunde.

In Leverkusen gilt es, den 2. Platz zu manifestieren und dabei nicht mehr Vizekusen zu sein. Dortmund ringt mit der ersten Minikrise und der mühsamen Rückkehr in den Kreis der Verfolger. Mainz etabliert sich still und leise als Anführer der Mittelklasseclubs. Verbunden mit der Frage, wie lange Mittelklasse ein vergnügliches Ziel sein kann. Das Überraschungsteam Hertha dürfte sich darüber freuen, dass diese Frage dräut.

Augsburg steht staunend vor der beachtlichen eigenen Stabilität, während in Stuttgart, Hamburg, Gelsenkirchen und Bremen die alljährlichen Fragen nach deren Fehlen zu beantworten sind.

Frankfurt und Freiburg ächzen unter der Europapokallast und bangen um den Klassenerhalt. Die einen befreit, die anderen beflügelt?

Ich freue mich auf 2014!