Die Adventszeit war im frühen Christentum eine Zeit der stillen Gebete und des Fastens. Das haben wir heute erfolgreich verdrängt. Dafür kommt im Januar das Bußetun, das allerdings mit dem eigenen Hüftumfang zu tun hat, nicht mit dem Gottessohn Jesus Christus. Hier ein Gericht, das sich gut in den kargen Speiseplan der ersten Januarwochen einfügt: Ceviche, in Limettensaft marinierter Fisch, gewürzt mit Chili und Koriander, ein Gericht, das in vielen Varianten in Lateinamerika verbreitet ist.

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Der Fisch wird dafür nicht gekocht, sondern, in Würfel geschnitten, roh mariniert. Das Eiweiß im Fisch reagiert mit der Säure, und wie beim Kochen wird der Fisch weiß. Über die Größe der Würfel streiten die Peruaner mit den Chilenen, wir können es machen, wie wir wollen: 1 Zentimeter große Würfel bieten sich an, kleinere, größere und sogar Scheiben sind auch in Ordnung. Den Fisch salzen. Danach in einer Schüssel den Limettensaft darübergeben, Zwiebel, Chili, Ingwer, Pfeffer und Gurke hinzufügen. Der Fisch bleibt so lange in der Marinade, bis er die Konsistenz hat, die einem gefällt: 10 Minuten, 1 Stunde, 2 Stunden. Wenn das Ceviche zu sauer geworden ist, schmeckt man mit etwas Orange ab. Kurz vor dem Servieren die Korianderblätter dazugeben.

Es heißt, die Peruaner essen dazu Popcorn. Für uns Mitteleuropäer kommen als Beilage wahrscheinlich eher gedämpfte Süßkartoffeln infrage.

Einfaches Ceviche
(für 2 Personen)

200 g Seeteufel (oder einen anderen weißen Fisch)
etwas Salz
Saft von 1–2 Limetten
1 kleine rote Zwiebel (dünn geschnitten)
1 kleine Chilischote
1 cm großes Stück Ingwer (fein gehackt)
Pfeffer
½ Gurke (geschält, fein gewürfelt)
Saft von ½ Orange
Blättchen von 4 Zweigen Koriander