Welche Forschungsthemen lassen sich in einem Satz erklären? Überraschend viele. "Solange es nicht bricht, können wir es biegen", versucht es ein angehender Stuttgarter Luftfahrtingenieur. Ein Wiener Jungphilosoph resümiert: "Es fällt schwer, etwas zu besitzen, das es gar nicht gibt." Und ein Physiker aus Berkeley schreibt schlicht: "Quantenmechanik ist wacklig."

Auf der Website lolmythesis.com bringen Nachwuchsakademiker die Themen ihrer Diplom- oder Doktorarbeiten (thesis) auf den Punkt (lol steht für laughing out loud, "laut lachen"). Und die Verknappungen werden im Netz eifrig geteilt – Inhaltsangabe als virales Phänomen. Das ist mehr als nur lustig. Schonungslos legt es die Ambivalenz zwischen Faszination, Frustration und Zeitverschwendung frei. Etwa wenn ein anderer Physiker aus Berkeley zusammenfasst: "Tausende Forscher in der Schweiz suchten ein Teilchen, von dem wir ziemlich sicher annahmen, es existiere nicht. Tat es auch nicht." Oder ein kalifornischer Biologe: "Sieben Lebensjahre dafür geopfert, Fruchtfliegen um sieben Prozent länger leben zu lassen." Oder einfach: "Krebs – immer noch nicht besiegt."

Gags und Dramen, wo bleibt die Anwendung? Vielleicht muss man es so sehen wie ein Veterinär der Cornell University: "Meine drei Jahre Forschung haben in der Biologie null Echo erzeugt. Aber drei Jahre lang Bullensperma untersuchen, das ist großartiger Gesprächsstoff für erste Dates."