Es gibt sie noch, die Reservate althergebrachter Rollenklischees. In denen klar geregelt ist, wer die Arbeit macht, vor allem die im Waschkeller. Es ist die Frau. Genau genommen die Mutter. Oder, wie sie bei Ariel sagen: "Mutti".

Die Internetseite der Waschmittelmarke enthält eine Rubrik mit "Waschtipps für Teenager". Sie informiert über Kauf und Anwendung von Ariel-Produkten und enthält erstaunliche Ansichten über die innerfamiliäre Aufgabenverteilung im Jahre 2014. Nach Christus, wohlgemerkt. "Egal ob Mutti in den Streik getreten ist", rät Ariel der Jugend, "die Aussicht, seine Wäsche selbst waschen zu müssen, kann ganz schön gruselig sein." Huch, da fürchtet sich der Jugendliche aber, zumal Ariel doch genau weiß, was er lieber täte, als Weichspüler zu dosieren: sich "mit Freunden zu treffen oder ein neues Computerspiel zu spielen". Diese jungen Leute aber auch!

Im Waschkeller ist die Emanzipation offenbar ausgeblieben. Was lustig ist, weil Ariel eine Marke von Procter & Gamble ist, einem großen Konzern aus den USA, wo man normalerweise eine Heidenangst davor hat, jemanden wegen seines Geschlechts zu diskriminieren oder mit Klischees zu belegen. Dagegen weht hierzulande noch immer der Geist von Klementine durch die Wohnung. Wo Sohnemann stundenlang Ego-Shooter daddelt, während Mutti im Keller seine nassen Unterhosen aufhängt und von Papa gar keine Rede mehr ist (weil er vermutlich Bier trinkend vor der Glotze hockt, um seiner tüchtigen Haus- und Ehefrau nicht im Weg zu stehen).

Willst du noch mehr über Sauberkeit lernen, lieber Teenie? "Frag einfach Mutti, ob sie ein paar gute Tipps parat hat", raten die Ariel-Familienexperten. Du weißt ja, wo du Mutti findest. Richtig, im Waschkeller. Und sag ihr, sie soll auf dem Rückweg frisches Bier mitbringen!