Er war der Augapfel seiner Mutter, die ihn verhätschelte, herausputzte und spüren ließ, dass sie etwas Besseres verdient hätte als die Ehe mit einem Wäschereiarbeiter. Als der Neunjährige eines Tages aus der Schule kam, war sie verschwunden. Vage Erklärungen ließen den Jungen allein mit seinen Verlassenheitsängsten und Selbstzweifeln. Er wurde zum Einzelgänger, der an den Docks davon träumte, wegzulaufen und Schiffsjunge zu werden. Mit 14 flog er aus der Schule, weil er sich in die Mädchentoilette geschlichen hatte. Aber nicht an Bord heuerte er an, sondern in der noch aufregenderen Welt des Theaters: Er musste die Schauspieler auf die Bühne rufen. Wochen später stand er als Mitglied einer Komödiantentruppe selbst im Scheinwerferlicht. Mit 16 beschloss er nach einer Tournee, im Ausland zu bleiben. Er lief auf Stelzen Reklame und verkaufte auf der Straße Schlipse aus einem Koffer, den er schnell zuklappte, um wegzulaufen, wenn eine Uniform in Sicht kam.

Endlich hatte er Glück: Für ein Stück wurde ein gut aussehender junger Mann gesucht – die Autorin war von ihm begeistert. Andere mäkelten an seinem Akzent, er habe O-Beine und einen Stiernacken. Nach jahrelangem Tingeln bekam er einen Vertrag, einen neuen Namen und unbedeutende Rollen als Schönling. Erst als er sich loskaufte, konnte er sein komisches Talent beweisen. Dabei feilte er fortwährend an der Figur, die er geradezu archetypisch zu verkörpern schien. Der Mann dahinter hielt sich bedeckt. Nur wenig ist bekannt über seine fünf Ehen, die meist schon bald wegen "krankhafter Eifersucht" geschieden wurden. Oder dass er, schon weltberühmt, seine Mutter wiederfand, die sein Vater in eine Nervenklinik hatte einweisen lassen. Nicht anzusehen waren der glatten Oberfläche des lässigen, humorvollen Manns von Welt die Psychotherapien, unter anderem mit Einsatz von LSD. Noch mit 60 nahm man ihm den Traummann ab, den jede Frau gern haben und der jeder Mann gern sein würde. Doch auch privat gab es ein Happy End: Im Großvateralter wurde er Vater, heiratete mit 77 eine fast 50 Jahre jüngere Frau und hatte es am Ende seines Lebens geschafft, Figur und Person zu verschmelzen. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 2:

Jacqueline Lee Bouvier Kennedy Onassis (1929 bis 1994) heiratete 1953 John F. Kennedy. Mit ihm und den Kindern John und Caroline lebte sie von Januar 1961 an im Weißen Haus, bis "JFK" am 22. 11. 1963 ermordet wurde. 1968 ehelichte sie Aristoteles Onassis, seit Mitte der Siebziger war sie Verlagslektorin in New York