Die Muskeln aller Säugetiere funktionieren auf dieselbe Weise, und deshalb können auch alle Tiere Muskelkater bekommen. Die Ursache dafür ist nicht, wie oft behauptet, eine "Übersäuerung" der Muskeln, sondern es sind echte Verletzungen, feine Risse der Muskelfasern, die zu diesen Schmerzen führen (ZEIT Nr. 37/00).

Muskelkater entsteht vor allem dann, wenn man die Muskeln stärker als gewöhnlich belastet. Wild lebende Tiere, die ständig in Bewegung sind, dürften das Problem also selten haben.

Wenn man aber zum Beispiel mit seinem Hund, der die meiste Zeit im Wohnzimmer verbringt, plötzlich die wildesten Spiele im Freien veranstaltet, können dessen Muskeln nachher durchaus schmerzen. Bloß kann er Herrchen oder Frauchen nicht mitteilen, welche Art von Schmerzen ihn da plagen. Man merkt es allenfalls daran, dass er keine Lust hat, sich zu bewegen, nicht rausgehen will oder aufjault, wenn man die entsprechenden Körperteile berührt.

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Behandeln sollte man den tierischen Muskelkater wie den menschlichen: Schmerzende Partien wie häufig angeraten weiter zu belasten, ist keine gute Empfehlung. Ebenso wenig eine Knetmassage. Der Betroffene braucht Ruhe; ebenso können warme Bäder und allenfalls sanfte Streichelmassagen helfen. Letztere sind allerdings nicht bei allen Tierarten angesagt – von Muskelkater geplagte Zirkuslöwen sollte man eher gar nicht an ihre schmerzenden Glieder fassen.

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