Ich bin an Bord eines Flugzeuges. Der Flug ist sehr holprig, wir fliegen dicht über dem Boden, der Pilot scheint die Kontrolle über das Flugzeug zu verlieren. Von meinem Fenster aus sehe ich, dass wir uns auf Kollisionskurs mit einem Berghang befinden, die Felswände kommen näher. Ich gerate in Panik, der Aufprall steht unmittelbar bevor, und ich kann nichts tun, um die Katastrophe abzuwenden. Meine Hilflosigkeit befeuert meine Angst. Im allerletzten Moment gelingt es dem Piloten, die Maschine hochzuziehen, das Flugzeug rast knapp über den Gipfel des Berges.

Dieser aufreibende und zugegebenermaßen einfach zu interpretierende Albtraum begleitet mich seit Jahren durch meine Nächte. Ich habe überhaupt ein sehr intensives Traumleben. Nach dem Aufwachen erinnere ich mich häufig an meine Träume, bei den angenehmen gelingt es mir sogar hin und wieder, sie festzuhalten und in den Tag herüberzuretten. Es ist erst einige Monate her, da habe ich im Traum meine frühere Nanny wiedergetroffen, die kurz zuvor verstorben war. Das war ein sehr schöner, berührender Traum. Es geschieht auch häufig, dass ich lachend aus einem Traum erwache. Diese Momente sind wunderbar.

Oft helfen mir meine Träume dabei, Stress abzubauen. Ich glaube, diese Funktion hat auch mein Flugzeug-Albtraum. In ihm manifestiert sich unter anderem meine Angst vor dem Scheitern, dem Versagen und nicht zuletzt vor dem Verlust der Kontrolle. Ich bin ein Mensch mit ziemlich hohen Erwartungen an sich selbst.

Möglicherweise hat mein Unbewusstes das Absturzszenario aus einem naheliegenden Grund gewählt: Als ich ein Kind war, hat mein Vater in dem Katastrophenfilm Airport 75 mitgespielt. Das Szenario ähnelt meinem Albtraum sehr: Ein Flugzeugabsturz steht kurz bevor, und die drohende Kollision mit einer Gebirgskette kann erst im letzten Augenblick abgewendet werden.

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Es könnte also gut sein, dass sich diese Filmbilder in meiner Kindheit tief in mein Unbewusstes eingegraben haben. Als Kind war es für mich nicht immer leicht, Fiktion und Realität auseinanderzuhalten. Meine Eltern traten als Comedy-Duo im Fernsehen auf, ihre Sketche probten sie manchmal zu Hause, wir sahen sie dann zuerst in unserer Wohnung und später auf dem Bildschirm. Oft waren sie aber auch für Tage und Wochen unterwegs, und wir sahen sie nur im Fernsehen. Meine jüngere Schwester hat dann manchmal ihr Gesicht an den Bildschirm gepresst und versucht, sich mit ihnen zu unterhalten.

Bis heute verbringe ich viel Zeit in Tagträumen, sie sind ein wichtiger Teil meines Lebens. Sie sind allerdings recht konkret, ich verliere mich nicht in anderen Sphären, sondern beschäftige mich mit dem, was hinter und vor allem vor mir liegt. In meinen Tagträumen nehme ich die Realität vorweg, führe wichtige Gespräche, male mir kommende Begegnungen oder Projekte aus, spiele Ideen durch, verfeinere oder verwerfe sie. Meine Tagträume sind eine Art Generalprobe für die Realität.