Im Korruptionsprozess gegen den Vertrauten von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, Olaf Glaeseker, hat ein Zeuge detailliert beschrieben, was der Angeklagte alles auf sich genommen hat, um für lau urlauben zu können. In der Finca in der Nähe von Barcelona wohnten nicht nur Glaeseker und seine Gattin umsonst, sondern auch noch 60 Hühner, zwei Emus, 40 Papageien, mehrere Heidschnucken, ein Esel, ein Pferd, Forellen, zwei Hunde, zwei Katzen und ein paar Wachteln. "Die Tierhaltung war eine völlige Katastrophe", meinte der damalige Hausmeister vor Gericht.

Den Zustand der Finca beschrieb der Mann als desolat. Die Elektrik sei ein einziges Chaos gewesen, das Baden im Pool deswegen lebensgefährlich, vieles in dem Haus hätte unbedingt repariert werden müssen.

Die Aussage des Hausmeisters wirft zwei Fragen auf, die das Gericht nun dringend klären muss. Erstens: Warum sind die Glaesekers damals zwei Mal im Jahr – einmal im Frühjahr, einmal im Herbst – auf einer Tour der Leiden in die Villa Desolata gereist? Hat sie der Thrill beim Baden angezogen, die Sehnsucht nach den Heidschnucken, die Gemeinschaft der Esel oder doch der dunkle Wunsch, 40 Papageien im Pool zu grillern? Und zweitens: Was hat eigentlich der Hausmeister in all der Zeit gemacht, in der er Hausmeister war?

Während das Gericht nun diesen Fragen nachgeht, sprechen wir schon mal das Urteil: Freispruch erster Klasse. Gratis-Urlaube à la Glaeseker sind Strafe genug.