Expeditionen in die Antarktis sind mit einer Menge Unwägbarkeiten verbunden – auch heute noch, mehr als hundert Jahre nachdem der Norweger Roald Amundsen am 14. Dezember 1911 als erster Mensch den geografischen Südpol erreichte.

Ende vergangenen Jahres etwa saßen die Passagiere des russischen Forschungsschiffs Akademik Schokalski tagelang fest, ehe ein Eisbrecher zu ihrer Rettung kam – und dann selbst stecken blieb. Die Gruppe war auf den Spuren der "Australasiatischen Antarktisexpedition" unter Leitung des Australiers Douglas Mawson unterwegs, die am 2. Dezember 1911 in Tasmanien in See gestochen war, um den Weißen Kontinent zu erforschen. 

Mit an Bord: der Schweizer Fabrikantensohn und Jurist Xavier Mertz, der die Expedition nicht überleben sollte, sowie der Berufsfotograf Frank Hurley, der die Reise mit Hunderten von Aufnahmen dokumentierte: das Forschungsschiff Aurora zwischen Eisbergen, den Anreisealltag der Gruppe, die Begegnung mit Adelie-Pinguinen.

Mertz’ Tagebuch mit den Fotografien Hurleys ist unlängst als Buch erschienen. Damals wie heute mussten sich die Expeditionsteilnehmer etwas einfallen lassen, um in schweren Stunden nicht den Mut zu verlieren. So drang im Dezember die Nachricht von ausgelassenen Polarpartys samt Absingen selbst gedichteter Durchhalteschlager von Bord der Akademik Schokalski in die Welt. Vom Fotografen Frank Hurley wiederum ist überliefert, dass er den Wissenschaftlern der Forschungsstation bei Cape Denison gern tote Pinguine ins Bett legte, um sie zu erheitern. Merke: Frohsinn kennt keinen Gefrierpunkt.