Warum nuschelt der Kollege in seinen Hemdkragen? Und was lungert er mit diesen Typen in schlecht sitzenden Anzügen herum? Paranoia?

Nein, Insiderhandel. Das FBI ist hinter den Bösewichten im Finanzgewerbe her, mit Wanzen und allem, was dazugehört. In ihrem Visier: Trader, die sich im Schweiße ihres Angesichts ein bisschen Vorsprung verschaffen. Was haben die Jungs mit dem Sheriffstern denn so gedacht? Dass all die Milliarden durch göttliche Eingebung gewonnen werden?

Was verbotene Insiderinformationen sind und wer geschädigt wird, ist nicht immer klar. Sehr klar ist aber, dass die Fälle für die Strafverfolger viele karrierefördernde Erfolgserlebnisse liefern. 80 Angeklagte gab es in den vergangenen Jahren, 78 wurden verurteilt. Dagegen hat die Justiz im Zusammenhang mit den Schrotthypotheken und Giftderivaten, die die Welt während der Finanzkrise fast in den Ruin trieben, nicht viel geleistet. Ein einziger Juniorbanker wurde verknackt.

Mit einem ganz dicken Fisch macht jetzt New Yorks Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman Schlagzeilen: BlackRock. Der Vermögensverwalter, der über vier Billionen Dollar in seinen Fonds versammelt hat, befragte Aktienanalysten nach ihrer Einschätzung. Der Skandal: Diese übermittelten den BlackRock-Managern ihre Meinung, bevor auch andere Kunden an ihrem Expertenwissen teilhaben konnten.

Shocking! Die Wall-Street-Analysten zogen Billionäre bloßen Millionären vor! Was den Staatsanwalt aber eigentlich störte: Nicht BlackRocks Fondsmanager riefen die Analysten an, ein Computer verschickte die Umfrage. Schneidermans Lösung: Die BlackRock-Leute dürfen Analysten auch künftig nach ihrer Meinung fragen – aber nur am Telefon, nicht per E-Mail. Seine große Aufräumaktion hat damit den Markt nicht gerechter gemacht, sondern nur ein wenig Sand ins Getriebe der Automatisierung geworfen. Ein Wuff für den Wachhund der Wall Street!