Die Parabel vom Tellerwäscher, der es bis zum Millionär bringt, trifft auf ihn zwar zu, ist aber pures Understatement. Denn wie soll man die beinahe unfassbare Karriere, die er im Affentempo absolviert hat – wie soll man die annähernd treffend beschreiben? Vom Underdog zum Multimillionär? Vom unansehnlichen Provinz-Entlein zum strahlenden Weltstar? Vom Bauarbeiter zum Publikumsliebling? Welche Klischees auch immer man bemüht, keines trifft die Sache ganz. Also mal der Reihe nach: Er wächst in bescheidenen Verhältnissen auf, drei Geschwister, raue Gegend, nie genug Geld. Als er zwei Jahre alt ist, streift ihn der Tod, das zeichnet ihn fürs Leben. Dann, als Jugendlicher, handelt er sich mehrfach Ärger ein, verlässt die Schule vorzeitig, schlägt sich irgendwie durch auf dem Bau. Doch dann hat er die eine Chance, die er nutzt – und seither geht’s für ihn so rasant aufwärts, dass man ihm kaum noch hinterhergucken kann ohne Fernglas.

Vermutlich sind ihm so viel Ruhm und Reichtum manchmal selbst noch unheimlich, und so gibt er sich bescheiden im medialen Frage-Antwort-Spiel. "Ich glaube, das ist gerade die beste Zeit meines Lebens", sagte er vor gut zwei Jahren – welch Glück für ihn und seine Fans, dass die noch immer nicht vorbei ist! Auch privat scheint nach leicht bizarren Turbulenzen alles wieder rundum geglättet. Als bekennender Familienmensch möchte er, dass seine Leute stolz auf ihn sind, "speziell mein Vater und meine Frau", die ihn schon seit Jugendtagen begleitet. Und doch, ausgerechnet die eigenen Landsleute begegnen ihm nach wie vor mit Argwohn. Klar, dass ihn das wurmt – aber in absehbarer Zeit wird er die Chance haben, auch diese letzten Zweifler für sich zu gewinnen. Ob es ihm gelingen wird, dann in die goldenen Fußstapfen seines Idols zu treten, übrigens ein Bruder im Glauben? "Schau’n mer mal, dann sehn wir schon", lautet das Bonmot eines gleichfalls Berühmten, der von Anfang an auf ihn gesetzt hat. Und was auch immer geschehen mag, fest steht: In seiner Wahlheimat wird man ihm gewiss noch lange bewundernd zu Füßen liegen (um es mal sinnbildlich zu sagen). Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 3:

Der in Bristol geborene Archibald Alexander Leach (1904 bis 1986) wurde 1931 in Hollywood zu Cary Grant, Partner von Mae West, Star von Screwball-Komödien und Leading Man in 72 Filmen, davon drei unter der Regie von Hitchcock, der ihn gern zum Mörder gemacht hätte