Zu Wochenbeginn war der alte Chefmechaniker der Volkspartei zu Gast in den Spätnachrichten des Fernsehens. Andreas Khol ist ein erfahrener Mann, der ganz genau weiß, an welchen Schrauben gedreht werden muss, wenn die komplizierte Maschine wieder mal stottert, so wie jetzt gerade (siehe die Analyse auf Seite 11). Zu seiner aktiven Zeit, als noch jeder in der Crew nach seiner Pfeife zu tanzen hatte, galt seine Erfolgsdevise "Speed kills!" Berüchtigt war damals das gewagte Wendemanöver, mit dem er über Nacht die gesamte Abstimmung der Volkspartei auf den Kopf stellte und dadurch von der Poleposition aus einen respektablen Vorsprung herausholte.

So hurtig wie seinerzeit ist die Volkspartei heute längst nicht mehr unterwegs. Daher fragte man den alten Fuchs, woran es liegen könnte, dass der traditionsreiche Verein einfach nicht in Fahrt kommen wolle. Man sah ihm an, dass er kurz zögerte. Sollte er das Geheimnis lüften? "Die ÖVP ist kein Volkswagen", verriet er schließlich: "Die ÖVP ist ein Maserati!"

Varoooom! Sollte tatsächlich ein Donnerherz unter der spießigen Karosserie schlagen? "Vorsicht, Fahrer trägt Hut!", lästerte man früher gern, wenn so ein Buchhalterschlitten um die Ecke ruckelte. Ausgerechnet in diesem schlichten Kleid sollten 530 Pferdestärken wohnen, die einen Quattroporte GTS in 4,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer katapultieren? Solch geballte Kraft ist Furcht einflößend, die kann nicht jeder meistern. Ein falsches Manöver, und schon klebt das empfindliche Ding am nächsten Baum. "Nicht jeder Volkswagen-Fahrer kann einen Maserati fahren", erklärte der alte Chefmechaniker und benannte damit auch schon das ganze Problem. Es ist immer der Mann am Lenkrad. Er sollte vielleicht das Fahrzeug wechseln.

Denn so ein Maserati ist natürlich ein vollkommen unvernünftiges Luxusspielzeug, das viel Krach macht und die Luft verpestet. Eine richtige Angeberkarosse, in der jeder kleine Wicht vermeint, mit einem krawalligen Kavalierstart Eindruck schinden zu können. Etwas für angejahrte Playboys, denen der Hausarzt kein Viagra verschreibt, weil die gute, alte Pumpe auch nicht mehr sonderlich gut in Schuss ist. Die versuchen dann, sich mit ein paar Abgaswolken aufzublasen, und es soll ja auch naive Menschen geben, die auf den Bluff reinfallen. So etwas ist nicht alltagstauglich, in der stürmischen Witterung, die derzeit dem ganzen Land um die Ohren braust, ganz und gar untauglich. Solch ein Flitzer eignet sich höchstens für einen Sonntagsausflug bei Schönwetter. Und das ... na, die Prognosen sind bekannt.

Nein, die Zeiten sind nichts für einen Herrenfahrer in seinem schicken Maserati. Sie verlangen nach einem robusten Nutzfahrzeug, das den Karren wieder aus dem Dreck zieht. Aber kann ein verwöhnter Maserati-Fahrer unter diesen widrigen Bedingungen auch einen Volkswagen zuverlässig steuern? Mit sicherer Hand.