Diesen Buchstabensalat verstehen nur MBA-Studenten: AACSB, ACQUIN, AMBA, AQAS, EFMD, FIBAA. Hinter den kryptischen Abkürzungen verbergen sich Akkreditierungsorganisationen. Sie sind so etwas wie der TÜV für Hochschulen und Studiengänge. Sie überprüfen Studienbedingungen und Lehrinhalte. Ihre Gutachter sind oft tagelang an den Business Schools unterwegs, sprechen mit Studenten und Dozenten, schauen in Hörsäle, zählen Bücher und Computer und arbeiten sich durch Dutzende Dokumente, die die Hochschule extra für sie aufbereitet hat, wie etwa die Lebensläufe der Dozenten. Am Ende entscheiden die Gutachter, ob ein Studiengang oder eine ganze Hochschule gut genug ist, um das begehrte Prüfsiegel zu erhalten.

Für die Business Schools bedeutet das Stress. Sie müssen Details überprüfen, die sonst oft außer Acht bleiben. Die Uni Köln etwa verpasste ihrer Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät im Zuge einer EQUIS-Akkreditierung eine englischsprachige Beschilderung. An der Universität Mannheim arbeiten die für Akkreditierungen zuständigen Mitarbeiter in den heißen Phasen bis in die Nacht hinein. Das alles kostet die Hochschulen viel Zeit, Geduld und Geld.

Diesen Preis zahlen sie aber gern, wenn sie danach die Siegel der Agenturen auf ihre Broschüren und Websites setzen dürfen: ein blaues für AACSB, ein grünes für EQUIS oder einen orangefarbenen Pfeil für AMBA. Auf dem deutschen Markt sind die Topsiegel nicht unbedingt notwendig. Um aber in der internationalen Liga mitzuspielen, sind sie unerlässlich. Sie machen die oft noch nicht so etablierten deutschen MBA-Programme für ausländische Studenten überhaupt erst bekannt und interessant. Wer die Siegel hat, kann es auch mit internationalen Tophochschulen wie Harvard oder Stanford aufnehmen und entsprechende Studiengebühren verlangen. In Deutschland können 13 Business Schools mindestens eines der Topsiegel vorweisen. Zwei besitzen alle drei auf einmal, die sogenannte triple crown: die Mannheim Business School, die zur Universität Mannheim gehört, und die ESCP Europe in Berlin, deren Hauptcampus in Paris ist.

Mit der dreifachen Auszeichnung kann sich nur rund ein Prozent der Business Schools weltweit schmücken – der Uni Mannheim ermöglicht sie, Partnerschaften mit renommierten amerikanischen Universitäten einzugehen. Ohne ein bekanntes Siegel wäre eine deutsche Business School für diese gar nicht attraktiv. "Durch die Partnerschaften kommen internationale Studenten zu uns", sagt Liane Weitert von der Fakultät für Betriebswirtschaftslehre der Universität Mannheim. Internationalität ist wiederum wichtig, um sich in den großen Rankings zu platzieren. Auch diese Ranglisten müssen ambitionierte Hochschulen im Blick haben. "Die Präsenz in den international bedeutenden Rankings ist für Business Schools so wichtig wie Sterne oder Kochmützen für die Spitzengastronomie", sagt Ralf Bürkle von der Mannheim Business School, die als einzige deutsche Institution in den drei weltweit wichtigsten Rankings von Financial Times, Economist und Businessweek auftaucht. "Das hat natürlich einen positiven Effekt auf die Bewerberzahlen", sagt Bürkle. Interessenten landeten häufig über ein Ranking auf der Website.

Akkreditierungen und Rangplätze helfen MBA-Studenten zwar bei der Orientierung. Doch was nützt es, zu wissen, dass der beste MBA von der Harvard University angeboten wird, wenn man sich das Studium dort nicht leisten kann? Ein Blick auf andere Business Schools lohnt sich – genau wie die Suche nach einem Stipendium, denn die gibt es auch für MBA-Programme. Um die Qualität der Studiengänge einschätzen zu können, rät Peter Thuy, Vorstandsmitglied im Verband der Privaten Hochschulen, ein "eigenes Kriterienraster" zu entwickeln. Das heißt: genau hinschauen, welche Lehrmethoden angewendet werden, wer die Dozenten sind – und wo die Alumni nach dem Studienabschluss landen.

Anmerkung der Redaktion, 10. Juni 2014: In der gedruckten Fassung dieses Textes war fälschlich die HHL nicht als Träger der AACBS-Akkreditierung angegeben. Wir haben das hier korrigiert.