Was ist eine moderne Heldin? Das haben sich zwölf junge ZEIT-Autorinnen gefragt, als sie auf die Suche gingen nach eindrucksvollen Frauengestalten der jüngeren Vergangenheit, des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie suchten nicht nach Siegerinnen oder Heiligen – lieber recherchierten sie die Lebensgeschichten von Vorkämpferinnen und Pionierinnen, die zu Unrecht vergessen sind.

Die Biografien der meisten in dieser Ausgabe porträtierten Frauen sind keine Erfolgsgeschichten. Ihre Lebenswege sind krumm und bucklig, und nicht wenige enden in der Katastrophe. Einige ließen sich von Ideologien vereinnahmen und instrumentalisieren, andere wurden verachtet oder verzweifelten an der Welt. Fast alle waren einsam, manche starben früh. Aber es gibt auch die, die alt und reich wurden.

Gemeinsam aber ist den Frauenfiguren eines: Sie machten etwas ganz anders als ihre Geschlechtsgenossinnen. Ob sie fotografierten oder flogen, ob sie in die Sterne guckten oder in den Krieg zogen, ob sie sich ins All schießen ließen oder Champagner herstellten – alle sprengten sie die engen Grenzen ihrer Geschlechterrolle, legten gewaltigen Mut an den Tag, wurden getrieben von starkem Willen und bewundernswerter Entschlossenheit. Deshalb beeindrucken sie uns noch heute.

Sie haben sich behauptet, haben Schneisen geschlagen durch die frauenverachtende Welt, in der sie lebten, und haben den folgenden Generationen neue Wege gebahnt. Rücksichtslos gegen sich selbst – und manchmal auch gegen die anderen –, folgten sie dem Ziel eines selbstbestimmten Lebens in einer Zeit, in der Freiheit stets die der Männer war. In unserer zwölfseitigen Serie entsteht ein ganzes Panoptikum, ein spannender Bilderbogen über zweihundert Jahre Frauengeschichte.

Die ZEIT erscheint in dieser Ausgabe mit vier unterschiedlichen Titelbildern. Im Süden der Republik zeigen wir die erste Astronomin Maria Mitchell, im Osten die Sowjetkosmonautin Walentina Tereschkowa, im Norden die Kriegsfotografin Gerda Taro und im Westen die Reporterin Martha Gellhorn.