Sogar Mathematikprofessoren sind vor einem Seitensprung nicht gefeit, auch wenn es in die Welt des Schachs hinein kein allzu großer sein mag. Die Expeditionen in die Schachwelt von Christian Hesse (Chessgate-Verlag) sind eine große Fundgrube. Es gibt Ausflüge in die Wunderwelt des Schachs, wo sich wissenschaftliche Erkenntnisse mit teilweise verblüffenden, ja sogar bizarren Begebenheiten und Schachstellungen treffen. So heißt es im Kapitel Symmetrie und Symmetrie-Brechung: "Eine Symmetrie liegt vor, wenn man etwas tun kann, ohne dass etwas passiert". Darauf muss man als simpler, mathematisch unbeleckter Schachspieler erst einmal kommen!

Symmetrien, sowohl perfekte als auch unvollkommene, sind in der uns umgebenden Welt allgegenwärtig: die optische bei der Schneeflocke, die akustische bei der Tonhöhenfolge einiger Vogelstimmen, die mathematische bei der Allgemeinen Relativitätstheorie Albert Einsteins. Im Kern ist diese letztlich ein Gedankengebäude, das die Erhaltung von Symmetriebeziehungen in dem vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum sicherstellt, das wir unser Universum nennen.

Jetzt aber schnell hinein in unser Schachuniversum, mag es auch nur ein rechter Mikrokosmos sein: Wie setzt Weiß in diesem Weihnachtsbaum-Problem von Knudsen in zwei Zügen matt? Denken Sie bei der Lösung bitte an die Kapitelüberschrift!

Lösung aus Nr. 4:

Wie konnte Weiß am Zug überraschend in drei Zügen matt setzen? Mit einem "Lenkungsmatt". Nach 1.Dh8+ Kf7 zwang das Bauernopfer 2.g6+! den König ins Freie: 2...Kxg6 , wonach die weiße Dame zurückkam und mit 3.Dh5 matt setzte. Hingegen wäre 1.g6? Lh4! viel schlechter gewesen, z. B. 2.exf4 Sf8 3.Txh4 Sxg6!