Die Zahnpflegeindustrie hat eine neue Lücke entdeckt: allerdings nicht in den Zähnen, sondern in den Märkten. Zahnpastamarken wie Elmex gibt es nun auch in der Variante "homöopathieverträglich". Dann fehlen Menthol und Pfefferminz auf der Zutatenliste, weil sie eine homöopathische Behandlung stören könnten.

Ich erhebe nicht den Anspruch, auf dem letzten Stand der wissenschaftlichen beziehungsweise ideologischen Debatte zu sein, weiß aber um die Kontroversen des Themas. Manche sagen, Homöopathie wirke nicht, sonst müsste man es auch beweisen können. Andere sagen, Homöopathie wirke sehr wohl, nur fehle eine anerkannte Beweismethode. Wenn aber, und dieser Widerspruch fiel einem aufmerksamen Leser aus Erlangen auf, die Wirkungsweise von etwas nicht richtig bewiesen werden kann (selbst wenn sie da ist), wie kann man dann dessen Nichtauswirkung sicher belegen? In diesem Fall die "Homöopathieverträglichkeit" von Zahnpasta.

Vor allem wenn die Speisereste, die man sich damit abends von den Beißerchen schrubbt, homöopathisch womöglich höchst unverträglich sind? So wie die Getränke, die man trinkt. Oder der Duft des Parfums, das man einatmet. Verfechter der Homöopathie gehen schließlich davon aus, dass selbst kleinste und nicht mehr messbare Stoffmengen gewaltige Folgen haben können.

Und müssten Hersteller von homöopathieverträglichen Zahnpasten dann nicht konsequenterweise (ähnlich wie Schokoladen- und Müslimacher, die die Abwesenheit von Nüssen oder Mandeln offenbar auch nie garantieren können) kleine Hinweise wie "Kann Spuren von Minze enthalten" auf ihre Tuben drucken? Nur so zur Sicherheit?

Fragen über Fragen. Keine Antworten. Aber Zahnseide und Mundwasser fehlen noch im Spezialprogramm, zur Füllung weiterer Marktlücken.