Keiner mag den Profi, alle lieben die Laien. Amateur, wird einem dauernd erzählt, das komme schließlich vom lateinischen Wort für "lieben" und Dilettant von "sich erfreuen". Was kann also schlecht sein am Herumdilettieren? Eine ganze Menge, aber um das zu zeigen, braucht es einen Profi wie den bayerischen Komiker Gerhard Polt. In seinem neuen Film Und Äktschn! nimmt er ihn auseinander, den ambitionierten Laien.

Polt spielt den Hobbyfilmemacher Hans Pospiech aus der bayerischen Provinz. Einen Mann, der sich in den Kopf gesetzt hat, das Privatleben Adolf Hilters zu verfilmen, um den Kulturförderpreis der örtlichen Sparkasse zu gewinnen. Pospiech ist der liebenswerte Laie: Träumer, Außenseiter, Spinner. Er kann nichts, träumt dafür aber groß. "Ich bin Vollamateur", sagt Pospiech. Als Filmer brauche er nicht viel: "Ein bisschen Vision, ein bisschen Utopie."

Dass Laie Pospiech sich ausgerechnet "den Oarsch aus Braunau" und seinen Bekanntenkreis als Sujet aussucht, ist aber kein Zufall. Es ist Polts Trick, um einmal kurz die Luft rauszulassen aus der aufgeblasenen Liebe zum Laien. Auch Hitler, sagt Pospiech irgendwann, war "doch eher Laie – so als Mensch". Anfangs sicher auch ein sympathischer Laie, schiebt Polt im Interview hinterher – und die sympathischsten Leute seien die gefährlichsten. Polt schreibt damit kurz die deutsche Geschichte um: Deutschland, ein Land der Amateure, der Hobbyfilmer, Hobbymaler, Hobbypolitiker. Hat er ein bisschen zu viel Vision, dann ist keiner gefährlicher als der ambitionierte Laie.