Sie vergessen, weiß das Sprichwort, nie etwas. Sogar über ihren Tod hinaus kann sich ihr Geist an den Lebenden rächen. So ist es dem spanischen König Juan Carlos ergangen, der sich wegen Elefanten, die er selbst geschossen hatte, öffentlich rechtfertigen musste. Die ganze Monarchie war gefährdet.

Nun hat wieder ein Mann einen Elefanten erlegt. Die Obsession mit schweren Lebewesen, die Männer erobern möchten, könnten sie ja auch anders ausleben, weniger rabiat. Sie könnten lesen, was Heimito von Doderer über "dicke Damen" geschrieben hat, zum Beispiel, seitenweise geht es da um gewaltige Frauen, die Berge von Törtchen verdrücken.

Der Mann, um den es hier geht, hat sich anders entschieden. Er erschoss in Botsuana einen Elefanten, triumphierte neben dem Kadaver und schickte ein Foto heim ins Büro. Das Büro, das ist in diesem Fall das thüringische Umweltministerium, in dem der Jäger Abteilungsleiter ist, zuständig für Artenschutz. Das Bild hat sich von dort aus schnell weiterverbreitet: Ein Artenschützer auf Elefantenjagd, das ist wie Papst Franziskus im Dreisternelokal. Wie ein ADAC-Präsident im Linienjet. Wie Ursula von der Leyen im Dschungelcamp.

Wer auf Elefantenjagd geht, muss eine weitere Weisheit aus dem um Elefanten äußerst reichen Sprichwortschatz bedenken: Wenn die Elefanten sich aneinander reiben, ist es um die Mücken geschehen.