Der Paragraf 2, Absatz 4 der Straßenverkehrsordnung sagt schon seit 1997 unmissverständlich: "Eine Pflicht, Radwege in der jeweiligen Fahrtrichtung zu benutzen, besteht nur, wenn dies durch Zeichen 237, 240 oder 241 angeordnet ist." Das sind die blauen Schilder, auf denen ein weißes Fahrrad zu sehen ist (mit oder ohne Fußgänger).

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Benutzungspflichtige Radwege sind also die Ausnahme, nicht die Regel. Der Gedanke dahinter: Radler sind Autofahrern gleichberechtigt und fahren oft auf der Straße sicherer als auf einem engen, holprigen Radstreifen gleich neben den Fußgängern. Manche Kommunen interpretieren den Paragrafen freilich so, dass sie die Schilder abmontieren, sobald sich der Weg in einem schlechten Zustand befindet – anstatt ihn zu reparieren.

Oft können Radler seit 2009 nicht nur zwischen Straße und Radweg wählen, sondern diesen auch in der Gegenrichtung nutzen, wenn ein Schild es erlaubt. Allerdings glaubten nach einer Umfrage des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft im Jahr 2013 noch 85 Prozent der Bevölkerung, dass Radler auf den Radweg gehören, sobald einer da ist – und so werden immer noch viele legale Straßenradler von Autofahrern angehupt oder gar bedrängt.

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