"Die Operation Spade ist ein riesiger Erfolg", sagt Julia von Weiler, Geschäftsführerin von Innocence in Danger, einer Organisation, die sich gegen Kinderpornografie engagiert. "Aber das täuscht nicht darüber hinweg, dass diesem kleinen Hellfeld ein gigantisch großes Dunkelfeld gegenübersteht." Immerhin hätten die Ermittlungen bestätigt, dass es Kunden in allen sozialen Schichten gebe: "Die Täter sind mitten unter uns." Einer australischen Studie zufolge ist es gar so, dass die Konsumenten in aller Regel in Beziehungen leben, Arbeit haben und über einen akademischen Grad verfügen.

In diesen Tagen kämpft Sebastian Edathy um seinen Ruf. Brian W., der Exchef von Azov Films, wartet auf seinen Prozess. Und der Filmemacher Markus R. ist nach Verbüßung seiner Strafe wieder auf freiem Fuß. Er lebt in einem Mehrfamilienhaus in München. Neben die Klingel hat er einen Zettel geklebt: "Für weitere Infos", steht da, "besuchen Sie bitte www.schon-mal-was-von-resozialisierung-gehört.de". Auf Anfragen der ZEIT reagierte er nicht.

Resozialisierung ist das Recht eines jeden Täters, der seine Strafe abgesessen hat. Doch R.s Opfer bleiben Opfer: Ihre Bilder stehen noch immer im Internet, sie sind nicht einzufangen.

* Namen geändert