In Hamburg sind die Winter fad: kaum Schnee, keine Skipisten, kein Après-Ski, kein Spaß. Denn ganz Hamburg ist flach. Ganz Hamburg? Nein: Im Stadtteil Blankenese erhebt sich ein Hügel, den die Hamburger "Berg" nennen. Und auf diesem "Süllberg" steht winters eine Almhütte. Dort gibt es Backhendl, Germknödel, Wolpertinger und eine Schnupftabakschleuder. Alles eben, was man in Hamburg für alpin hält. Also nichts wie hin!

Aber wie? Die Fahrt mit der S-Bahn nach Blankenese ist fast so trostlos wie der Hamburger Winter. Über eine Linienschiffverbindung die Elbe entlang wird gerade erst diskutiert. Den Taxifahrern, die mich jedes Mal anraunzen, wenn ich mich vom Flughafen nach Hause bringen lasse (nur 3,7 Kilometer!), gönne ich den Triumph einer Fahrt quer durch die Stadt nicht. Und mit drei Hefeweizen im Blut setze ich mich auf dem Heimweg nicht hinter den Volant. Bleibt ein Limousinenservice.

Ist schließlich auch wieder mal ganz gut für unseren Ruf bei den Nachbarn: Da fährt ein dunkler 7er-BMW vor, ein Chauffeur in Anzug und Krawatte öffnet den Schlag, begrüßt uns mit Namen, wir steigen ein und verschwinden in der Nacht.

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Man bucht die Limousine von MyDriver im Internet oder per Smartphone-App, gibt Abholort und Ziel ein und erhält ein Festpreisangebot für vier verschiedene Wagenkategorien. (Zugegeben: Der 7er-BMW war Luxus. Ein 5er aus der "Business Class" dagegen hätte kaum mehr gekostet als ein Taxi für dieselbe Strecke.) Man nennt die Kreditkartennummer und bekommt eine Bestätigungsmail mit dem Namen des Fahrers und dessen Handynummer. Belastet wird die Kreditkarte erst nach der Fahrt. So weit, so logisch.

Vor- und Nachteil gegenüber einer Taxifahrt: Der MyDriver-Chauffeur fährt stur die Navi-Route ab, die dem Festpreis zugrunde liegt. So muss ich keine kostentreibenden Schlenker fürchten. Allerdings kann ich mir (ohne Diskussionen und Zusatzkosten) auch keine Route wünschen, die ich schneller oder schöner finde. Zielsicher schnurrt der Wagen durch die besseren Wohnviertel von Blankenese. Und als wir aussteigen, muss ich nicht erst im Dunkeln nach meinem Portemonnaie fingern und "eine Quittung, bitte!" sagen. Die kommt morgen automatisch per Mail. Nur noch 100 Meter zur Almhütte. Holladrio!

MyDriver gibt es in zwölf deutschen Städten in vier Kategorien: First Class, Business Class, Business Van und Economy. Kosten für die beschriebene Fahrt (22,8 km) je nach Kategorie zwischen 50,20 und 76,90 Euro

Wolfgang Lechner leitet das Ressort "ZEIT der Leser"