Lifte erfüllen in Betrieben verschiedene Funktionen, und nicht alle sind mechanisch. Aufstiegswillige lernen auf Managementseminaren, wie sie Chefs im Aufzug ihre Idee präsentieren: den elevator pitch. Oft sind Aufzüge auch der einzige Raum für vertraute Gespräche, sie bergen so manches Geheimnis.

Bis unter dem Namen @GSElevator jemand Sätze twitterte, die er angeblich im Aufzug von Goldman Sachs aufgeschnappt hat, Sätze wie: "Ich gebe Obdachlosen nie Geld. Ich kann Versagen nicht guten Gewissens belohnen." Und: "Wenn eine scharfe Frau hinter mir am Geldautomaten steht, lasse ich den Beleg drin, damit sie meinen Kontostand sieht." @GSElevator hat mehr als 630 000 Leser. Die Tweets entsprachen ja allen Erwartungen an geldgeile Investmentbanker. Sogar Goldman Sachs vermutete hinter den Tweets einen eigenen Mitarbeiter und verbot ihren Angestellten, sich im Aufzug zu unterhalten. So berichtet es die New York Times. Sie hat herausgefunden, dass sich hinter @GSElevator der 34-jährige Texaner John Lefevre verbirgt. Bei Goldman Sachs hat er nie gearbeitet.

Die Investmentbanker von Goldman Sachs dürfen jetzt im Aufzug wieder reden. Endlich können sie sich wieder den wirklich wichtigen Gesprächsthemen zuwenden: Wie bewegen wir den Dollarkurs? Wie kriegen wir die Zinsen dahin, wo wir sie brauchen? Und was kaufe ich mir mit meinem nächsten Bonus?