Mit Steuergeldern finanzierte Großprojekte fallen regelmäßig durch wahre Kostenexplosionen auf. Der Bund der Steuerzahler stellt dabei immer wieder fest, dass vor Baubeginn keine ausreichenden Wirtschaftlichkeitsberechnungen oder gar Machbarkeitsstudien gemacht wurden. In seinem neuen Schwarzbuch kritisiert der Verband insgesamt 77 Projekte, bei denen im Jahr 2013 Steuergelder verschwendet worden seien.

Neben den bekannten Fällen um den neuen Hauptstadtflughafen in Berlin und die Hamburger Elbphilharmonie finden sich darin weitere eklatante Beispiele, bei denen die Steuerzahler erhebliche Mehrkosten zu tragen haben.

Ein Fall ist der Neubau der Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Berlin. Wurden anfangs 720 Millionen Euro für das Bauvorhaben veranschlagt, so stiegen die Kosten nach Baubeginn im Jahre 2003 wegen Planungsänderungen und erhöhter Sicherheitsanforderungen zunächst um 35 Millionen Euro. 2011 mussten die berechneten Gesamtkosten erneut um 56 Millionen Euro angehoben werden. Verzögerungen im Baufortschritt und Probleme mit den Lüftungssystemen ließen die Summe Ende 2013 erneut steigen, auf insgesamt 912 Millionen Euro.

Auch der geplante Saale-Ausbau könnte am Ende weit mehr kosten als vorgesehen. Durch dieses geschätzt über 150 Millionen Euro teure Projekt soll die Schiffbarkeit der Saale vor ihrer Mündung in die Elbe verbessert werden. Gutachter warnen jedoch vor der mangelnden Wirtschaftlichkeit eines solchen Vorhabens. Bis heute flossen über 100 Millionen Euro Steuergelder in den Ausbau der Binnenhäfen in Aken, Arneburg, Halle und Dessau-Roßlau. Die überdimensionierten Häfen schreiben jedoch tiefrote Zahlen, da sie kaum von Frachtschiffen angelaufen werden. Seit ihrer Fertigstellung müssen sie jährlich mit Steuergeldern in Millionenhöhe subventioniert werden.

Ein weiterer Fall aus dem neuesten Schwarzbuch des Steuerzahler-Bundes ist die Neugestaltung des Duisburger Innenhafens. Im Rahmen dieses Projektes hat das Land Nordrhein-Westfalen zusammen mit Fördermitteln der Europäischen Union bis heute 11,8 Millionen Euro in die Sanierung des Hafenbeckens und den Bau einer mehrere Hundert Meter langen Stufenpromenade investiert.

Das zugehörige Gewerbezentrum des Stararchitekten Norman Foster konnte bislang aber nicht realisiert werden. Die bereits fertiggestellte Treppe bleibt aus Kostengründen für die Öffentlichkeit bis auf Weiteres gesperrt.

Auch die Sanierung des Deutschen Theaters in München konnte nicht innerhalb des angesetzten Budgets von knapp 80 Millionen Euro durchgeführt werden. Am Ende kostete das Projekt durch zusätzliche Maßnahmen und Preisanpassungen den Steuerzahler mit 94 Millionen deutlich mehr.

Während viele stark befahrene Brücken nur notdürftig repariert werden, wurde in Nordrhein-Westfalen eine Autobahnbrücke aufgrund von Denkmalschutzbestimmungen für 310.000 Euro auf einem Rastplatz abgestellt. Es handelt sich nun um eine sogenannte Soda-Brücke, sie steht jetzt einfach so da. Ein alternativer Standort in der Umgebung hatte nicht gefunden werden können. Der Abriss des aus Gründen der Verkehrssicherheit durch einen Neubau ersetzten Bauwerks wäre dagegen mit Kosten von 108.000 Euro weitaus günstiger gewesen.