Was ist bloß mit den Frankfurter Clubs los? Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am Sonntag weltexklusiv enthüllt hat, gibt sich ein lokaler Golfclub sehr rigoros, wenn es um die Aufnahme neuer Mitglieder geht: Am Anfang steht ein Interview vor einem Ausschuss, es folgt eine Bewährungszeit auf dem Platz, erst nach einer Weile darf man hoffen, in den erlauchten Kreis aufgenommen zu werden. Ausnahmen gibt es keine, "auch nicht für führende Herren aus Politik und Wirtschaft", wie die Präsidentin der FAS sagte. Die Folge von so viel Traditionsbewusstsein: Anshu Jain, seit bald zwei Jahren Co-Chef der Deutschen Bank und Bewohner des Frankfurter Westends, hat erst einmal nur eine Jahreskarte. Ob er es zum Vollmitglied bringt, ist noch offen.

Anderen Frankfurter Clubs ist derlei exklusives Gehabe ebenfalls nicht fremd. 2012 machte die Frankfurter Gesellschaft für Handel, Industrie und Wissenschaft – ein Club, der im edlen Ambiente der großbürgerlichen Villa Bonn tagt – Schlagzeilen, als sich nicht genug Mitglieder fanden, die den allein Herren vorbehaltenen Club auch für Frauen öffnen wollten. Und es gibt weitere Beispiele für elitäre Gemeinschaften mit seltsamen Gepflogenheiten.

Tradition ist nicht alles, will man da rufen. Aber gut. Es bleibt ja noch Eintracht Frankfurt, der Verein, bei dem jeder ohne Probleme Mitglied werden kann und dessen Schicksal viele hier mit Herzblut verfolgen. Leider hat dieser Club gerade ganz eigene Probleme: Seine Fußballer ziehen erfolgreich durch Europa, verlieren dabei aber Kraft und versemmeln die Spiele in der Bundesliga, sodass sie im Abstiegskampf stecken. Vergangene Woche erkämpften die Kicker von Trainer Armin Veh in Porto ein 2 : 2, Tage später beendeten sie ein Spiel gegen Bremen trotz guter Chancen mit 0 : 0. Die Fans wissen daher nicht, was sie sich vom Rückspiel gegen Porto an diesem Donnerstag erhoffen sollen: Sieg oder Niederlage?

Ach, was ist bloß los mit den Frankfurter Clubs?