Alarm beim Bundesheer. 46 Prozent der Rekruten fühlen sich psychisch überfordert. Aber auch die Physis leidet. Oder wie eine, nach Eigendefinition, Qualitätszeitung in Wien schrieb: "39 Prozent der Rekruten fühlen sich körperlich überfordert beziehungsweise eher überfordert sind!" Das sind wiederum sprachliche Überforderungen, die in den österreichischen Printmedien durchaus nicht überraschen. Hingegen überrascht vor allem die psychische Überforderung der Soldaten doch einigermaßen. Unter welchen mentalen Druck müssen hier die jungen Männer ihren Dienst am Vaterland leisten? Liegt das an den brutalen Kürzungen im Heeresbudget, welche die Wehrdienstleistenden einfach seelisch nicht verkraften können? Vielleicht bestätigt sich aber auch das alte Paradoxon, dem zufolge ständige Unterforderung durchaus überfordernd wirken kann. Gefordert ist andererseits auch die Bildungsministerin. Über 400.000 "Schülerdaten" wurden "hinausgetragen", wie sie sich ausdrückte. Ein toller Trick. Jeder, der schon einmal versucht hat, Daten irgendwo hinzutragen, weiß, welch Meisterleistung hier vollbracht wurde. Die Ministerin fordert natürlich lückenlose Aufklärung. Lückenhaft aufgeklärt scheint in diesem Zusammenhang wieder einmal die Lehrergewerkschaft zu sein. Sie fordert Konsequenzen, und die sollen darin bestehen, dass alle Leistungstests von Schülern generell gestoppt werden. Und weil die Standesvertreter bei der für sie seltenen Betätigung sind, Forderungen zu erheben, wollen sie auch gleich die ungeliebte Zentralmatura abschaffen – wegen mangelnder Datensicherheit. Allerdings relativieren Datenschützer die Sache etwas. Die Anforderungen für einen derartigen Datendiebstahl scheinen nicht sehr hoch zu sein. Sogar Schüler könnten einen Schulserver knacken, meinen Experten. Nun ist wieder Entscheidungsqualität gefordert. Ähnlich wie bei den Kabalen um die schwarze Kandidatenliste für die EU-Wahl. Die ÖVP ist ja demokratisch stets ein bisschen überfordert, obgleich dieser Begriff hier fast euphemistisch anmutet. Supraforderung wäre eher angebracht. Was dem ständig subforderten Wähler auch nicht weiterhilft.