Das Denkwerk Demokratie ist ein gemeinnütziger Verein, dessen sozialdemokratische und grüne Mitglieder als Kinder in einen Thinktank gefallen sind und seitdem andauernd "Diskurs" sagen müssen. Am Montagabend stellten die Denkwerker im Grünen Salon der Volksbühne ihr jüngstes Buch vor: Sprache. Macht. Denken – Politische Diskurse verstehen und führen. Die Podiumsdiskussion bestritten ein Diskursforscher, eine SPD-Generalsekretärin, ein Bundesgeschäftsführer der Grünen, ein Amtsleiter für Medien in der Hamburger Senatskanzlei und eine Kommunikationswissenschaftlerin und Framing-Expertin, zugeschaltet aus Berkeley. Erste Erkenntnis: "Denken. Macht. Sprache" wäre wohl der bessere Buchtitel gewesen. Würden die Diskursprofis zuerst denken, bevor sie sprechen, brauchte nicht jeder von ihnen 15 Minuten für ein Eingangsstatement.

Der Diskursforscher sagte, wichtig an Diskursen sei, wer sie führe, die Framing-Expertin, dass politische Entscheidungen des Einzelnen von dessen subjektiven Deutungsrahmen, den frames, bestimmt würden, die Generalsekretärin, dass Parteien sich gleich auflösen könnten, verlören sie die Diskursfähigkeit, und der Bundesgeschäftsführer, dass der Energiediskurs im jüngsten Wahlkampf allein vom Preis geframt worden sei. Bevor der Amtsleiter zu Wort kommt, sind wir weg. Wir hatten "Sprache. Macht. Denken" erwartet – und "Ohnmacht. Denkt. Sprache" bekommen. Wir waren da wohl falsch geframt.