Mit fünf Jahren erlernte er von einem Arzt im Krankenhaus das Schachspiel – es sollte ihn nie mehr loslassen. Und so kann Vlastimil Hort, der gerade 70 wurde, auch heute noch sagen: "Ich läbe Schach. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich ohne Schach läben könnte." Das Leben als Schachspieler führte ihn über den ganzen Globus, wobei er fast nebenbei etliche Sprachen erlernte, mit seiner letzten "Liebe" Französisch überfällt er mich gelegentlich.

1979 verließ Vlastimil die Tschechoslowakei und verzaubert seitdem die Schachspieler hierzulande nicht nur mit seiner Schachkunst, sondern mehr noch mit seinem böhmischen Akzent, seiner Erzählfreude und dem Schwejkschen Humor – zwei Jahrzehnte kommentierten wir gemeinsam im Fernsehen wichtige Schachereignisse. Doch Vlastimil war auch nicht nur einer der stärksten Spieler der Welt, sondern genoss schon immer Ausflüge ins Simultanschach. Einmal spielte er sogar gegen 636 Gegner gleichzeitig, immerhin sehenden Auges, und dann wieder gegen 20 (sehende!) Widersacher blindsimultan, also selbst ohne Ansicht der Bretter: "Das Schwärste ist nicht, die Züge zu behalten, sondern sie wieder aus dem Gedächtnis zu radieren!"

Seine herrliche Mattkombination gegen Dragoljub Minić vom Zonenturnier in Halle 1967 wird er aber vermutlich nicht "ausradieren" wollen. Wie setzte er als Weißer am Zug den eingeklemmten schwarzen König in vier Zügen matt?

Lösung aus Nr. 10:

Welche kleine Kombination gewann für Weiß am Zug? Nach dem Opfer des Freibauern mit 1.e8T+! Kxe8 2.Txf4 Txh2 3.Tf2 Txf2+ 4.Kxf2 gewann Weiß leicht. Auch 2...Tg1+ 3.Ke2! (nicht 3.Dxg1?? Txg1+ 4.Kxg1 exf4) hätte nicht geholfen. Umgekehrt war 1.Txf4? Tg1+! (nicht 1...exf4? 2.e8D+! Txe8 3.Dh3+) 2.Ke2 exf4 viel schlechter