Pünktlich zum Frauentag wurden interessante Statistiken veröffentlicht. Die gute Nachricht zuerst: Österreich belegt noch immer einen hervorragenden zweiten Platz! Und zwar hinter Estland, was die Schere zwischen männlichen und weiblichen Einkommen im europäischen Vergleich betrifft. Das ist ein tolles Fundament, auf dem die Gesellschaft aufbauen kann. Denn weitere Untersuchungen ergaben, dass Frauen bei den Maturaabsolventen bereits die Nase vorne haben. Beim Uni-Abschluss durchstießen sie jüngst sogar die 60-Prozent-Hürde. Ein ähnlicher Wert übrigens wie im Iran. Der logische Schluss daraus lautet also, dass eine allzu gute Ausbildung wohl nur dazu führen kann, dass man im Berufsleben lediglich schlecht bezahlte Positionen bekleiden wird. Im Iran wurde dieser Zusammenhang zwischen Bildung und Lebenseinkommen messerscharf erkannt: Im Sinne einer emanzipatorischen Politik wurden daher dort Frauen von gleich 77 akademischen Lehrgängen ausgeschlossen. So soll es Frauen leichterfallen, künftig zum männlichen Gehaltsniveau aufzuschließen. Nur Österreich hinkt dieser internationalen Entwicklung noch hinterher. Frauen von der Bildung fernzuhalten brächte mehrere Vorteile. Erstens würde man damit die hohe weibliche Erwerbstätigenquote deutlich senken, was wiederum den Arbeitsmarkt entlastete. Und zweitens wäre endlich das Gejammer von einer Überqualifizierung aus der Welt. Man könnte vorerst eine abgemilderte Version der Reform wählen: Frauen könnten nur für jene Studienrichtungen zugelassen werden, bei denen die Aussichten, nach dem Abschluss einen Job zu ergattern, ausgesprochen gering oder gar nicht vorhanden sind. Das beugt nicht nur künftigen Frustrationen im Berufsleben vor, so erledigte sich auch die lästige Diskussion um eine paritätische Verteilung von Führungspositionen. Plötzlich würde es keine gläserne Decke mehr geben, denn wer keinen Job hat, der kann logischerweise auch kein Chef werden. Was aber tun mit Frauen, die bereits studieren? Da wäre vielleicht, analog zu der seinerzeitigen Abwrackprämie, die der Automobilindustrie durch die Absatzkrise geholfen hat, diesmal eine einmalige Studienabbruch-Prämie hilfreich. Eventuell in der originellen Form von Gutscheinen für schicke Klamotten, überflüssige Kosmetika und Schönheitsoperationen. Davon profitierten dann eine ganze Reihe von Branchen, angefangen von den Frauenzeitschriften über das Stylingberatergewerbe bis hin zu den plastischen Chirurgen. Mit diesem innovativen Arbeitsbeschaffungsprogramm besäße Österreich endlich einmal eine Vorreiterrolle. Denn solche bahnbrechenden Ideen hatten bislang noch nicht einmal die Frauenversteher im Iran.