Weshalb sich der Name eines berühmten Kreters auf dem Cover eines Buches über den Peloponnes findet, erklärt das dritte Kapitel von Nicole Quints Lesereise: Beschrieben wird dort jener Ort, an dem der Autor Nikos Kazantzakis einst dem Mann begegnete, der später zur Vorlage für Alexis Sorbas wurde.

Immer wieder folgt die ortskundige Autorin Spuren, die Literaten auf der Halbinsel hinterlassen haben. Sie zitiert Brecht, Patrick Leigh Fermour, Henry Miller und den Dichter Iannis Ritsos.

Mit einer Mischung aus Poesie und Ironie beschreibt Quint Land und Leute, macht sich über fluchende Busfahrer lustig, besucht die lichtscheuen Nonnen eines Klosters, das einst von der Seidenraupenzucht lebte, und zitiert als Lokalkolorit Kafenions, "Olivenbäume und Fischerboote" herbei, "Bienenkörbe und drei Bekloppte, Katzen und Oktopusse" und das allgegenwärtige "Langsam, langsam!", das jeden noch so hektischen Nordeuropäer von der Lässigkeit des Südens überzeugen soll. Quints Buch ist eine 130 Seiten kurze Lesereise, die weit ins Landesinnere und tief in die Seele des Peloponnes führt.