Sprudelwasser wird erzeugt, indem man das Gas Kohlendioxid (CO₂) unter Druck in Wasser hineinpresst. Dort löst sich das CO₂, genauer gesagt: Es reagiert mit dem Wasser (H₂O) zu Kohlensäure (H₂CO₃), die im Wasser in Ionenform vorliegt. Solange die Flasche verschlossen ist und unter einem gewissen Druck steht, bleibt die Kohlensäure gelöst. Unter normalem Umgebungsdruck entweicht das CO₂ aber wieder in Gasform – das sind die Blasen.

Eine Flasche Sprudel enthält im Mittel etwa fünf Gramm CO₂ pro Liter Wasser, also etwa ein halbes Prozent. Entweicht die Kohlensäure, wird das Wasser entsprechend leichter. Aber die Frage bezieht sich ja nicht auf das Gewicht, sondern auf das Raummaß. Und da ist die Sache komplizierter.

Wassermoleküle füllen den Raum nämlich nicht gerade optimal aus, sie klumpen sich an manchen Stellen zusammen und lassen anderswo Lücken. Stoffe, die man im Wasser löst, können sich sehr gut in diese Lücken hineinquetschen. So kann man zum Beispiel in ein bis zum Rand gefülltes Glas Wasser immer noch Salz hineinschütten, ohne dass dieses überläuft – also ohne dass das Volumen zunimmt.

Gelöst oder nicht – das ist die größere Frage

Ähnlich ist es mit den Kohlensäure-Ionen, auch sie finden (zumindest teilweise) Platz zwischen den Wassermolekülen und erhöhen so die Dichte der Flüssigkeit – von etwa 1.000 Gramm pro Liter auf etwa 1.002 Gramm. Ganz verstecken können sie sich aber nicht: Entsprechend beträgt das Volumen von 1.005 Gramm Sprudelwasser dann 1,003 Liter und sinkt wieder auf einen Liter, wenn das Gas entwichen ist.

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Der Unterschied zwischen Wasser mit und ohne Sprudel ist also minimal. Füllt man ein Glas mit 0,2 Litern Sprudel, dann sinkt der Pegel durch das Ausgasen der Kohlensäure theoretisch um weniger als 0,2 Millimeter. In der Praxis wird man Schwierigkeiten haben, den Effekt zu messen. Denn die Dichteberechnung galt ja nur für die gelöste Kohlensäure – sobald sich aber Gasbläschen bilden, sinkt die Dichte der Flüssigkeit unter die des Wassers, das Volumen wird größer, und der Pegel steigt zunächst einmal an.

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