Die Küche der Frauen lehrt nicht nur, dass Senegalesen ihren Kaffee mit Nelken würzen und Sarden statt Parmesan lieber Paniermehl über ihre Pasta streuen. Das Kochbuch will auch zeigen, was sich in der Küche über ein Land lernen lässt. So erfährt man, dass Leïla alle Gerichte vor dem Servieren mit Pottasche bestäubt, weil das gegen Bauchschmerzen hilft, die in Niger häufig auftreten. Dass es Sri Lanker nervt, wenn ihre Küche mit der Indiens gleichgesetzt wird. Und dass sich Chinesen mit den Worten "Genießt bitte langsam" einen guten Appetit wünschen. Die Einblicke in den Alltag bleiben jedoch flüchtig. Es wirkt, als trauten die Autorinnen ihrem Konzept nicht. Wenn Kochkultur schon anhand einzelner Frauen vermittelt werden soll, dann hätte man sie gerne genauer kennengelernt – und dafür sogar auf ein paar der hübschen Illustrationen verzichtet.