Deutschen Reiseführern zufolge muss man ja so manches: 111 Orte besichtigt oder 111 Läden besucht haben, in Köln, in Sachsen oder in der Wetterau. Jetzt schickt Bernd Imgrund seine Leser in 111 Wirtshäuser, die die Einkehr lohnen – das allerdings macht er richtig gut. Der Autor hat einen Blick für entscheidende Details, und seine Recherchetiefe reicht bis zum Rausch des jungen Wladimir Putin, dem das saure Bier in der Leipziger Gosenschenke gar nicht bekam. Ob er in die Geschichte der Häuser und ihrer Wirtinnen und Wirte einsteigt, auf die lokalen Trinksitten eingeht oder ein aufmerksames Auge auf das Interieur richtet – jedes seiner Porträts, die nebenbei eine kleine Kulturgeschichte der Gastronomie ergeben, ist wunderbar auf den Punkt gebracht. Sodass die persönliche To-visit-Liste bei der Lektüre beträchtlich wächst: Man muss wohl doch mal ...