Baby, One More Time – das war der Ohrwurm, der die Sängerin Britney Spears bekannt gemacht hat. 1999 war das, und wenige Monate später platzte die Internetblase. Von wegen one more time – noch einmal will das niemand an der Wall Street oder im Silicon Valley erleben.

Solche Ängste schürt aber der Onlinespiele-Anbieter King Digital Entertainment, der bei seinem Börsengang in New York mit über sieben Milliarden Dollar bewertet wird – das ist mehr, als Hasbro, der 90 Jahre alte Hersteller von Monopoly, dort wert ist. King ist das Unternehmen hinter Candy Crush Saga, jenem elektronischen Drei gewinnt-Spiel, bei dem es darum geht, quietschfarbene Bonbons aneinanderzureihen. Zuckerwatte für Investoren?

Die Börsenkandidaten sind heute gesündere Kost als früher, das zumindest stellt Jay Ritter, Professor an der University of Florida, in einer Analyse fest. Börsenneulinge sind heute im Mittel neun Jahre alt, 1999 waren es bloß vier. Der Umsatz lag damals bei 17 Millionen Dollar – 2013 schon bei 107 Millionen. Auch der Candy Crush-Herausgeber steht finanziell solide da, 1,8 Milliarden Umsatz und 568 Millionen Dollar Gewinn im vergangenen Jahr. Warum kommen die Debütanten heute reifer an den Aktienmarkt?

Verantwortlich sind ausgerechnet die oft gescholtenen Zentralbanken, deren lockere Geldpolitik Spekulationsblasen verursache, so die Kritik. Doch hier wirkt sie positiv: Dank des billigen Geldes sind Risikokapitalgeber bereit, Start-ups zu finanzieren, die dann länger warten können, bevor sie an der Börse Kapital einsammeln. Wie nachhaltig Kings Geschäft ist, das davon lebt, dass Millionen Menschen Zeit damit verbringen, virtuelle Bonbons wegzuklicken, sei dahingestellt.

Entschuldigen Sie mich jetzt, ich muss noch drei Toffee-Karamelle in eine Reihe kriegen.