Nur vier von zehn Bayern gingen zur Kommunalwahl. Das könnte man so deuten, dass es den anderen sechs recht egal ist, was in ihrem Stadtrat passiert. Wahrscheinlich wüssten die sechs auch nicht, wie viele und welche Parteien vorher in ihrem Stadtrat saßen. Bei Jauch oder Illner jedenfalls wurde kaum diskutiert, warum sich in den Stadträten eine Zersplitterung der Parteien vollzogen hat – in diesen Räten ist die Sorge nicht das 7-Parteien-Parlament, vor dem man sich zuletzt wegen der AfD fürchtete, sondern der 13-Parteien-Stadtrat.

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So viele Parteien sind es nun in München: Nicht nur Piraten und AfD kamen rein, sondern auch die Bürgerinitiative Ausländerstop, die ÖDP, die Bayernpartei und eine Gruppe namens Hut. Natürlich hat denen geholfen, dass sie an keiner 5-Prozent-Hürde scheitern konnten (den Ausländerstoppern reichten 0,7 Prozent). Wenn kaum einer zur Wahl geht, sitzen im Stadtrat Leute, die so krude Politik machen, dass es leichtfällt, sich nicht dafür zu interessieren.