Abkürzungen haben an sich etwas Niedliches. Sie verkürzen nicht nur den Namen, sondern manchmal auch den dahinter steckenden Inhalt. So es einen gibt. PISA etwa weckt sentimentale Erinnerungen an Ausflüge in ein Italien, das heute nicht mehr existiert. Und deckt damit eine andere schiefe Optik zu, die sich mit der heutigen Bedeutung verbindet. Ähnliche Überlegungen müssen entscheidend gewesen sein, um die JULIS in JUNOS umzutaufen. Beide sind Teil der NEOS, die sich wiederum gern von den PALÄOS unterscheiden wollen, um, wie sie sagen, liberale Politik zu machen. Da liberal bekanntlich ein Allerweltsbegriff ist, der im Grunde nichts Genaues bedeutet, könnte sich der bunte Haufen jugendlicher Politiknovizen ebenso gut NIHILOS nennen. Oder eben in diesem Falle JUNIHILOS, um die Altersgruppe zu betonen. Pikant ist in diesem Zusammenhang natürlich die Genderfrage, ohne die heute keine ernst zu nehmende Debatte geführt werden kann: Was ist mit den NEAS? Oder in diesem Fall mit den JUNAS oder JUNIHILAS? Hilft hier eine neue Form des Binnen-i? JUNiOS scheint dann zu sehr an einen bestimmten Monat gebunden zu sein. Bei so viel vorauseilender Political Correctness könnten kritische Geister gar auf die Idee kommen, von einer Schönwetterpartei zu sprechen. Nein, bei den PINKOS und PINKAS besteht diese Gefahr wohl kaum. Sie müssen zurzeit eigentlich nur abwarten. Denn die FADOS und KORRUPTOS der anderen Gruppierungen filetieren sich augenblicklich ohnehin selbst. Doch irgendwann kommt trotz aller SKANDALOS vielleicht der Zeitpunkt, wo Sprechblasen nicht mehr reichen. Nämlich wenn politische Verantwortung gefragt ist und die ORIGINELLOS letztlich zu KONKRETOS mutieren müssen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird sich erweisen, ob sich hinter den NEOS eigentlich doch nur NUSSOS verbergen, sogenannte Nussos taubos.