Nachdem der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch heimlich und feige das Land verließ, schauten sich die Menschen mal an, wie so einer wie ihr entmachtete Präsident eigentlich wohnt. Die Bilder von Janukowitschs Villa gingen um die Welt, und was man da zu sehen bekam, ist an schlechtem Geschmack kaum zu überbieten. Ist das schon Ramsch oder einfach nur Kitsch – diese seltsam irre Ansammlung von Protz und Gold und Überfluss? Anfangs waren die Bürger wütend über so viel Luxus – bis sie dann aber erkannten, dass man auf diese Art von Luxus auch sehr gut verzichten kann. Wer möchte mit vergoldeten Armaturen leben? Wer setzt sich gerne auf WC-Schalen mit Goldfüßchen? Wer braucht ein eigenes Restaurant auf einem eigenen Segelschiff im eigenen Teich? 

Mächtige Männer, die es mit der Demokratie nicht so ernst nahmen, umgaben sich immer schon mit Dingen, die sie deshalb für schön hielten, weil sie selten und teuer waren. Das hat nur sehr lange niemand mitbekommen. Die Bilder von Janukowitschs Ostblock-Neverland waren sehr schnell im Internet und dann in den Abendnachrichten. Wir leben eben auch in Zeiten, in denen man seinen miserablen Diktatorengeschmack nicht mehr verstecken kann. Irgendwann kommt das alles raus. Irgendwann werden die Menschen sehen, dass auch die Art und Weise, wie man lebt, viel darüber erzählt, was man für ein Mann ist. Diese Bilder sind eine Warnung. Eine Warnung an alle mächtigen Männer, denen ihre Macht wichtiger ist als das Wohl derjenigen, denen sie eigentlich dienen sollten. Die Warnung lautet: Irgendwann wird sich die Welt kaputtlachen über eure Wasserhähne.