ZEITmagazin: Herr Hornby, Sie haben mal gesagt, die Besessenheit, mit der sich Männer um ihre Hobbys kümmern, sei ein Surrogat für menschliche Beziehungen. Ist das so?

Nick Hornby: Nein, ich glaube heute, dass diese Hobbys Beziehungen erst möglich machen. Eine etwas andere Beziehung vielleicht. Von den Leuten, mit denen ich die Spiele von Arsenal London anschaue, kenne ich einen seit der Schulzeit, mit dem anderen gucke ich seit fast 30 Jahren. Ich glaube, dass die Beziehung, in der man sich gegenübersitzt und den anderen fragt: "Wie ist dein Leben gerade?", für Männer schwieriger ist. Nebeneinanderzusitzen und etwas anderes anzugucken erleichtert es, über solche Themen zu reden.

ZEITmagazin: In Ihren frühen Büchern Fever Pitch und High Fidelity haben Sie über Männer geschrieben, die von Fußball und Musik besessen sind. Manchmal wirkten diese Männer etwas kindisch.

Hornby: Ich finde das eigentlich nicht mehr kindisch. Viel über etwas zu wissen ist doch toll. Egal, worüber.

ZEITmagazin: Auch wenn es ein aus objektiver Sicht unwichtiges oder albernes Thema ist?

Hornby: Ganz ehrlich: Wenn man nicht gerade daran arbeitet, das Allheilmittel gegen Krebs zu entdecken, ist doch im Grunde jede Beschäftigung unwichtig. Wenn du zum Beispiel in der Werbebranche arbeitest und total von deiner Arbeit aufgefressen wirst, sodass du sagst: Ich habe für Musik oder Fußball gar keine Zeit – da könnte man dich auch fragen: Ja aber was machst du da eigentlich? Du verkaufst Seife! Ist das wirklich so wichtig?