Sie polarisiert. Die einen bewundern sie als Multitalent, auch begehrte Preise hat sie schon bekommen. Andere unterstellen ihr Mittelmaß, erleben sie als "in seichten Gewässern schippernden Showdampfer", wie ein schwäbischer Konzertkritiker mal schrieb. Er konnte offensichtlich so gar nichts mit dieser Botschafterin des Nordens anfangen, fand sie als Person eher anstrengend. Doch genau dies ist von ihr beabsichtigt und Teil des medialen Spiels. "So eine wie ich geht den Leuten schnell auf die Nerven ... Übrigens glaube ich, dass vor allem Männer Probleme mit lauten Frauen haben. Nach dem Motto ›Ist ja ganz lustig, aber bitte nicht als Freundin!‹ ", hat sie mal gesagt.

Letztlich aber weiß sie genau, wo die Grenzen liegen zwischen schrill und derb, Humor und Zote: "Meine Witze tänzeln fluffig auf der Gürtellinie rum und fallen manchmal runter." Und natürlich weiß sie auch, dass ihre Fans sie lieben, eben weil sie ist, wie sie ist: schlagfertig, unkonventionell – und dazu eine Sängerin mit großer Stimme. Das bestreitet übrigens niemand.

Dabei hat sie die Musik erst sehr spät und mehr so zufällig entdeckt. Eine Band suchte eine Sängerin, aber öfter als einmal pro Woche ging sie nicht in den Übungsraum. Schließlich war sie voll berufstätig, weil "ich meine Rente selbst verdienen wollte". Das Modell, das sie von Haus aus kannte und ablehnte, stammte noch von vorgestern: Der Mann arbeitet, die Frau bekommt Kinder und später die Rente des Mannes. Überhaupt wies in ihrer Kindheit nichts darauf hin, dass sie einmal Künstlerin werden würde. Für Diven war kein Platz; mit vier Schwestern musste sie sich ein Zimmer und darin drei Betten teilen. Jeden Abend wurde neu verhandelt, wer das Einzelbett bekam, und "morgens wurden wir gewickelt, und dann ab ins Laufgitter. Das war schon sehr öde [...] manchmal lief der Hund am Laufgitter vorbei [...]. Als ich mit vier Jahren in den Kindergarten kam, brach die schönste Zeit meiner Kindheit an. Endlich passierte was." Später arbeitete sie als Angestellte und lebte in einem Reihenhaus. Bis die Band kam, dann eine Musikerin, mit der sie als Duo auftrat, dann die Solo-Karriere. Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 13:

Matthias Grünewald (1475–80 bis 1528) verdankt diesen Namen Joachim von Sandrart. Wahrscheinlich nannte sich der wohl in Würzburg geborene Maler Mathis Gothart-Nithart. Sein Isenheimer Altar wurde lange Dürer zugeschrieben