ZEITmagazin: Frau Beckham, in Ihrem Leben sind Sie von Männern umgeben. Neben Ihrer Tochter Harper haben Sie drei Söhne, von denen einer, Romeo, nun auch modelt. Ihr Mann gilt als Erfinder eines Männertyps: des metrosexuellen Mannes. Wie stark beeinflusst er Sie?

Victoria Beckham: Die Beanies, die David gerne trägt, tauchten vor ein paar Saisons abgewandelt in meiner Ready-to-wear-Kollektion auf. Romeos Baseball-Shirts haben mich schon zu Kragendetails inspiriert. Und boy meets girl war das Thema fürs letzte Frühjahr. Tja, anscheinend bringen mich meine Männer auf gute Ideen.

ZEITmagazin: Ihr Mann versucht sich neuerdings selbst als Designer und hat eine Kollektion für eine Biker-Marke entworfen. Er sagte, dass er Ihnen in Stilfragen komplett vertraut. Ist es umgekehrt genauso?

Beckham: David ist ein außergewöhnlicher Mann, und ohne seine Unterstützung wäre ich nie so weit gekommen. Aber mit meiner Mode hat er nichts zu tun. Manchmal zeige ich ihm etwas und frage ihn, was er davon hält. Seine Meinung interessiert mich. Aber wenn es um meine Kollektionen geht, höre ich nur auf mich selbst.

ZEITmagazin: Hat Ihr Mann Sie schon auf den Gedanken gebracht, etwas für Männer zu entwerfen?

Beckham: David ist erschreckend stilsicher, von mir braucht er keine Hilfe. Und, ehrlich, außer ihm interessieren mich Männer nicht besonders. Ich schaue mir die wenigsten gerne an, weil sie einfach nicht wissen, wie man sich gut anzieht.

ZEITmagazin: Was gefällt Ihnen denn?

Beckham: Klassische Schnitte. Ein wirklich guter, strenger Mantel. Der Gedanke, einen Look mit auswechselbaren Einzelteilen zu komponieren. Wie ich das für Frauen umsetzen kann, finde ich spannender, als Mode für Männer zu entwerfen.

ZEITmagazin: Können Frauen von Männern überhaupt etwas lernen?

Beckham: Ich hatte gerade einen Termin mit meinen Kundinnen in New York. Ich mache das oft, um mitzuerleben, wie sie aus der Umkleide kommen, und mit ihnen darüber zu sprechen, was ihnen gefällt oder was nicht. Bei diesem Termin war eine Frau dabei, schon älter und wunderschön, die eine hohe Position an der Wall Street hat. Sie sagte: Ich will mich angemessen und respektabel kleiden, aber auch weiblich aussehen. In meiner Mode fühlt sie sich stark und attraktiv, ohne verkleidet zu wirken oder übertrieben sexy. Ist das ein männlicher Ansatz? Ich finde es einfach modern.