DER TEUFELSHAUPTMANN – 1949

John Wayne und Regisseur John Ford in Bestform. Hier findet alles, was wichtig ist, wie zum ersten und letzten Mal statt. So also geht Aufsitzen, Absitzen, Dastehen, Zuschlagen, Sprechen, Schweigen. Der Colonel erklärt seinem Sohn: "Don’t apologize, son. It’s a sign of weakness."

RED RIVER – 1948

Was sind Rinder eigentlich für wunderbare Menschen? Man darf sie bloß nicht reizen. Die Körper (Männer, Pferde, Rinder) bewegen sich durch die weite, in schwarz-weißen Bildern fotografierte Prärie. Die schönsten Männer-im-Sattel-Szenen der Filmgeschichte. Purer Sex.

RIO BRAVO – 1959

Als nichts mehr geht, sitzen ein Greis, ein Säufer, ein jugendlicher Draufgänger und einer, der die Liebe längst hinter sich hat, zusammen und stimmen ein Liedchen an. Das ist so brutal groß. Und rührend. Quentin Tarantino hat über seinen Lieblingswestern gesagt: "I show a girl ›Rio Bravo‹. And she better fucking likes it."

ZWÖLF UHR MITTAGS – 1952

Die Pflicht vs. eine frisch getraute Liebe. Wer eine Ehetherapie abbrechen möchte, sollte sich diesen Film angucken. Sie fragt: "Warum denkst du nicht an uns?" Er antwortet: "Das verstehst du nicht." Es ist bewegend, zu sehen, wie sie (Grace Kelly) die ganze Zeit überhaupt nicht versteht, was er (Gary Cooper) da tut.

DER MANN, DER LIBERTY VALANCE ERSCHOSS – 1962

Ein Hilfssheriff, der vom Schießen nichts versteht und im Saloon den Abwasch erledigt, besiegt einen geisteskranken Killer – mit seinem Anstand. Und ein Zeitungsreporter spricht den zentralen Satz der Westernfilmgeschichte: "If the legend becomes fact, print the legend."

WINCHESTER ’73 – 1950

Eine Waffe wandert durch viele Hände und hinterlässt überall den Tod. In dem berühmten Gewaltausbruch, bei dem er seinem Gegner das Gesicht auf die Bar presst, zeigt der gute Amerikaner James Stewart seine manische Seite – und dass er der andere große Westerndarsteller neben John Wayne ist.

SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD – 1968

Hälse, Nasen, Augenbrauen, Bärte, Hüte, Hüften, Patronengürtel, Stiefel – nie sah das alles besser aus. Der Showdown, bei dem Charles Bronson und Henry Fonda zu den Fanfaren Morricones eine Art Ballett aufführen, ist die heißeste Liebesszene zwischen zwei Männern ever.

DER SCHWARZE FALKE – 1956

Ein Mann ist vollkommen alleine. Wenn er liebt, kann er das nicht zeigen oder nur mit einem einzigen Blick. "Wir gehen nach Hause, Debbie." In der letzten Einstellung blickt die Kamera durch die offene Tür über ihn hinweg in die Wüste. Endlose, alles schluckende Einsamkeit.

DIE GEBROCHENE LANZE – 1954

Der Vater-Sohn-Konflikt, ein klassischer Westernstoff. Der alte Viehbaron Spencer Tracy schwingt sich nach dem Herzinfarkt noch einmal in den Sattel. Die furchtbarsten, erbittertsten, sinnlosesten Kämpfe liefert ein Mann sich mit seinem eigenen Sohn.